14.08.2019 05:55 |

Für Stars zu peinlich

DiCaprio und Maguire verhinderten Filmrelease

Es war einmal in Hollywood … dass zwei befreundete Jungstars zusammen mit ihren Freunden einen Film drehten. Nur dass „Don’s Plum“ nie in Nordamerika herauskam, weil Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire das verhinderten. Bis heute. Weil ihnen einige Szene im Nachhinein zu peinlich waren.

Laut des Co-Produzenten Dale Wheatley in der „New York Post“ handelt der Streifen um eine Gruppe von Typen in den 20ern, die sich alle Samstagabende mit jedes Mal einem neuen Girl an ihrer Seite im Restaurant „Don’s Plum“ treffen. Dort beschließen sie, einen Film zusammen zu drehen.

Peinliche Dialoge
Die insgesamt sechstätigen Dreharbeiten des Schwarz-Weiß-Films fanden zwischen Juli 1995 und März 1996 statt. DiCaprio spielt den ruppigen Derek, der Nettigkeiten wie „Masturbiert ihr Girls auch mal?“ von sich gibt und mit den Worten „Ich werfe eine fucking Flasche in dein Gesicht, du gottverdammte Hure“ ein Glas auf Amber Benson (sie wurde später in der Serie „Buffy“ bekannt) wirft.

Maguires Filmcharakter verrät in einer Szene unter anderem seine ungewöhnlichen Onanier-Gewohnheiten. Wheatley: „Leo und Toby spielen sich nicht unbedingt selbst, doch dieser Eindruck könnte durchaus entstehen. Das wollten sie mit allen Mitteln verhindern.“ Kein Wunder. Denn DiCaprio hatte gerade seine erste Oscarnominierung erhalten und Maguire wurde für „Der Eissturm“ gefeiert. 

Ruinierte Karriere, Selbstmordgedanken
Für Wheatley ging es danach im Leben bergab: ruinierte Karriere, zerstörte Freundschaften, Scheidung und Selbstmordgedanken. Dabei hatte er selbst einst zu DiCaprios berühmter Freundes-Riege (die sogenannte „Pussy Posse“ mit Maguire, Kevin Connolly und R.D. Robb) gehört, vor der kein Starlet in Hollywood sicher war.

Wheatley lieh sich Geld und schaffte das Unmögliche: „Ich habe aus dem 30-stündigen Material einen Featurefilm fertiggekriegt. Er war gut genug, um ihn bei den Filmfestivals anzumelden. Ich war Leo so unendlich dankbar.“ Die Dankbarkeit schlug in Entsetzen um, als DiCaprio entschied, dass seine Karriere keinen Flop riskieren könnte: „Er meinte ‚Ich will keinen Kinofilm, der den Bach runter geht.‘ Doch alle, die den Film sahen, waren begeistert. Wir haben von allen Seiten von Filmfirmen Angebote bekommen, sogar von Harvey Weinsteins Miramax.“ Am Ende sei es Maguire gewesen, der dem Projekt den Todesstoß gab. Wheatley: „Sein Agent hat ihn überzeugt, dass es sein Image und seine Karriere ruinieren würde. Zumal auch Leo viel besser rüberkam als er.“

Als DiCaprio und Maguire ihre Anwälte einschalteten, zogen Wheatley und die anderen Produzenten 1998 mit einer 10 Millionen-Dollar-Klage vor Gericht. Die beiden Stars konterten mit einer Gegenklage. Es endete nach drei Jahren mit einem Vergleich. Die „New York Post“ enthüllt jetzt Einzelheiten aus den Gerichtsakten von damals: Laut Vergleich mussten die Produzenten sich verpflichten, den Film nie in Nordamerika zu zeigen. Dazu mussten auch mehre Szene rausgeschnitten werden. In einer sagt DiCaprio „Schwule Typen ficken wie Kaninchen“, in einer anderen erklärt Maguire „Wenn ich mir einen runterhole, stecke ich mir meinen kleinen Finger hinten rein.“

Premiere auf der Berlinale
Am Ende feierte der Film seine Premiere 2001 bei der Berlinale, als ihn der dänische Regisseur Lars von Trier einfach dort zeigte. „Don’s Plum“ lief danach noch in ein paar anderen europäischen Ländern und in Japan. Außerdem kann man Film auf Youtube sehen. Für Wheatley zerstörte er alle Hollywood-Träume: „Ich stand auf der schwarzen Liste. Und anstatt Millionen mit dem Film zu machen, habe ich am Ende 180 Dollar Gewinn herausbekommen.“

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