Alarm im Zillertal

Mehrparteienhaus brannte nieder: 50 Personen gerettet

Tirol
29.04.2010 13:45
Ein Großbrand mitten im Wohngebiet der Zillertaler Ortschaft Ramsau hat in der Nacht auf Donnerstag ein Reihenhaus heimgesucht. Binnen Minuten evakuierte die Feuerwehr 50 Bewohner. Rund zweieinhalb Stunden kämpfte man mit den Flammen. Der Sachschaden ist enorm.

Gegen Mitternacht fraßen sich die verheerenden Flammen von einem Balkon im dritten Stock des Mehrparteienhauses in der Talstraße Richtung Holz-Dachstuhl. "Nachbarn riefen die Einsatzkräfte. Wir waren darauf binnen Minuten am Einsatzort", erinnert sich Einsatzleiter Daniel Jäger. Als die Tiroler "Firefighter" eintrafen, standen der Balkon und der große Dachstuhl bereits in Vollbrand.

"Priorität lag bei der Evakuierung der Bewohner", betonte der Kommandant. Gemeinsam mit der Polizei stürmte die Feuerwehr ohne zu zögern das Haus. "Wir hämmerten an jede Türe." Die meisten Bewohner wurden von den Beamten aus dem Schlaf gerissen. "Alle reagierten überrascht, haben aber anstandslos unsere Anweisungen befolgt", so Jäger. Anweisungen, die das Leben der Bewohner retteten. Lediglich drei der 50 Menschen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. 

Die Rettungskette funktionierte perfekt
Alle Evakuierten wurden umgehend vom Roten Kreuz Tirol in Empfang genommen und versorgt. Auch ein Notschlafquartier im Gemeindesaal war binnen kurzer Zeit für die geschockten Brandopfer eingerichtet.

Nach zweieinhalb Stunden Kampf hieß es für die rund 100 Einsatzkräfte endlich "Brand aus". Zwei Feuerwehrleute verletzten sich. Zur Sicherheit kontrollierte man am Donnerstagvormittag das Haus mit der Wärmebildkamera, um Brandnester ausfindig zu machen.

Zur Ursache wollte sich keiner der Beteiligten festlegen. "Es machte den Anschein, als wäre das Feuer im Balkonbereich ausgebrochen. Was jedoch die Flammen entfachte, kann ich nicht sagen", so Jäger.

Die Spur der Verwüstung ist enorm: Zwei Wohnungen und der unbewohnte Dachstuhl erlitten Totalschaden. "Die anderen 18 Wohnungen sind ab sofort wieder zur Benutzung freigegeben."

Die zwei Familien, deren Wohnungen von den Flammen zerstört wurden, sind bei Verwandten untergekommen. Brandermittler erforschen nun die Ursache der "größten Feuersbrunst in Ramsau".

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
Foto: FF Hippach

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