Der bekannte Konkursrichter Dr. Johannes Schnabl kennt viele solcher wirtschaftlichen Wiederauferstehungen. "Schuld ist die Gesetzeslage, die nicht die Gläubiger, sondern die Schuldner bevorzugt", sagt er. "Gerade erst ist das Insolvenzrecht wieder in diese Richtung abgeändert worden – das wird halt ausgenutzt."
So ist es auch möglich, dass der wegen Fahrlässigkeit verurteilte Catering-Unternehmer schon wieder im Geschäft ist: Als "Consultingfirma", die wieder gastronomisch arbeitet und dem 47-jährigen Wirt immerhin 2.000 Euro pro Monat bringt. Seine 277 Gläubiger mussten sich übrigens mit zwölf Prozent zufriedengeben.
Schnabl: "Da wird meistens verschachtelt und ausgelagert und an Familienmitglieder überschrieben. So werden die Gelder verschoben und dem Zugriff entzogen." Der Konkursrichter, der heuer schon 60 Insolvenzverfahren leitet, fordert eine Reform: "Da geht's nicht um Kriminalisierung, aber darum, es nicht allen so leicht zu machen."
von Kerstin Wassermann ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
Symbolbild
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