11.07.2019 20:03

Start am Heuplatz

Klagenfurt plant Einführung von „Countdown-Ampeln“

Wie viele Sekunden habe ich, bis die Ampel auf Rot oder Grün umschaltet? Diese Frage könnte in Klagenfurt in Zukunft punktgenau geklärt werden. Denn die Landeshauptstadt berät über die Einführung von „Countdown-Ampeln“, wie es sie bereits in einigen europäischen Hauptstädten gibt. Das erste Pilotprojekt ist am Heuplatz bei den City Arkaden geplant. Auch bei Bahnkreuzungen könnten die Wartezeiten künftig angezeigt werden.

Die Funktionsweise ist einfach: Auf einem zusätzlichen Display neben dem Ampelsignal werden die verbleibenden Sekunden der aktuellen Rot- oder Grün-Phase heruntergezählt.

Mit dem Ampelcountdown erhoffen sich die Verantwortlichen im Rathaus einen psychologischen Effekt. „Das soll die Zahl der Fußgänger und Radfahrer senken, die bei Rot die Straße überqueren. Sie können damit viel besser einschätzen, ob sich eine Überquerung der Straße noch ausgeht. Im Fahrzeugverkehr kann es wiederum zu besseren Startphasen führen“, so Gemeinderat Siegfried Wiggisser, der den Antrag eingebracht hat.

Als erstes soll das System bei Fußgänger- und Radampeln getestet werden. Als Standort für das erste Pilotprojekt wurde daher der Fußgängerübergang am Heuplatz bei den City Arkaden auserkoren. Immerhin sind dort - laut letzter Messung - fast 110.000 Passanten pro Woche unterwegs!

Wo es Sinn macht und wo nicht
„Das System kann positive Effekte bringen“, pflichtet Verkehrsstadtrat Christian Scheider bei. „Man kann es aber nicht überall verordnen.“ Keinen Sinn machen würde es etwa bei Einzugsstraßen, wo die „grüne Welle“ programmiert sei. „Würden sich die Autofahrer dort an die gebotene Geschwindigkeit halten, hätten sie ja ohnedies durchgehend Grün. Das Problem ist nur, dass viele oft zu schnell fahren, und dann erst bei einer roten Ampel stehen bleiben müssen...“

Sinn machen würde der Countdown dafür bei den Druckknopfanlagen, wo sehr häufig ein Fehlverhalten bei Fußgängern und Radfahrern festgestellt werde. „Man kennt es ja: Da drückt wer auf den Knopf - dann merkt er, es kommt eh kein Auto - dann geht er bei Rot drüber - und die Autofahrer müssen vor dem leeren Schutzweg anhalten.“ Solche Szenarien könnten verhindert werden, wenn die Sekunden bis zur Grünphasen angezeigt werden.

Auch bei Bahnkreuzungen - wie in Waidmannsdorf - sollte man über das Anzeigen der verbleibenden Wartezeit diskutieren, findet Scheider. „Vielleicht gibt es da ja eine Lösung, die mit dem Fahrplan der ÖBB abgestimmt ist. Wenn ein Autolenker von weitem sieht, dass es länger dauert, nimmt er vielleicht gleich eine andere Route und es kommt zu keinen Staus.“

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf

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