11.07.2019 20:01

Ukraine-Konflikt

Erstes Gespräch zwischen Putin und Selenskyj

Eine kleine Sensation im Verhältnis zwischen Kiew und Moskau: Erstmals haben der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin ein gemeinsames Gespräch über den blutigen Konflikt im Osten der Ukraine geführt. Bei dem Telefonat sei es auch um die Lage im Donbass gegangen, teilte der Kreml am Donnerstagabend mit. Die Initiative für das Gespräch war nach Kreml-Angaben von Kiew ausgegangen.

Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Angaben zum Gesprächsinhalt. Es war der erste Kontakt zwischen beiden Präsidenten. Putin hatte Selenskyj bisher nicht einmal zu dessen Amtsantritt gratuliert. Zuvor hatte Selenskyj ein Treffen mit Putin vorgeschlagen. Der Kremlchef wiederum schloss dies nicht aus, betonte aber, dass dies gut vorbereitet sein müsse. Ein Gipfel mit den Staatsspitzen im sogenannten Normandie-Format mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron könne deshalb erst nach der Parlamentswahl in der Ukraine am 21. Juli stattfinden, meinte er.

Gleichzeitig sei es möglich, den Kreis der Teilnehmer zu erweitern, sagte Putin. Er reagierte damit auf einen Vorschlag Selenskyjs, der direkte Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zum bereits seit mehr als fünf Jahre andauernden Konflikt vorgeschlagen hatte. Das in Minsk unter deutscher und französischer Vermittlung ausgehandelte Abkommen von 2015 hat bisher allerdings kaum Erfolg gebracht. Deshalb schlug Selenskyj nun vor, die USA und Großbritannien einzubinden.

Selenskyj braucht nun Machtbasis im Parlament
Selenskyj hatte immer wieder angekündigt, den Krieg in der Ostukraine so rasch wie möglich zu beenden. Die Parlamentswahl in gut einer Woche wird entscheidend für die Regierungsfähigkeit des proeuropäischen Politikers sein, da seine Partei bisher nicht im Parlament vertreten ist und er sich erst seine eigene Machtbasis schaffen muss.

Seit 2014 werden Teile der Gebiete Donezk und Lugansk an der russischen Grenze von Separatisten kontrolliert. Bei Kämpfen mit Regierungstruppen sind nach UN-Schätzungen rund 13.000 Menschen getötet worden.

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