04.07.2019 13:19

Stromboli ausgebrochen

Priester: „Es war, als wäre man in der Hölle“

Riesige Rauch-und Aschewolken, Steine, die vom Himmel fielen und heiße Lava - das dürfte in etwa das Bild gewesen sein, das sich den Touristen am Mittwoch auf der Insel Stromboli geboten hatte, nachdem der gleichnamige Vulkan ausgebrochen war. Der örtliche Priester beschrieb die Szenerie kurz und knapp: „Es war, als wäre man in der Hölle, weil Feuerregen vom Himmel fiel.“

Bei dem heftigen Vulkanausbruch kam ein 35-jähriger Sizilianer ums Leben, zwei Personen wurden verletzt. Angesichts des Feuerregens sprangen unzählige Touristen ins Wasser, andere wiederrum verschanzten sich in Wohnungen. Wer konnte, versuchte von der Insel zu kommen, auch am Donnerstag verließen rund 100 Touristen wieder den Gefahrenbereich.

„Deutliche Warnung für Touristen“
Die Geologische Bundesanstalt in Wien sprach inzwischen eine „deutliche Warnung“ für Touristen aus. „Die weitere Entwicklung ist mit aktuellem Kenntnisstand vollkommen unvorhersehbar“, sagte deren Leiter Robert Supper.Örtliche Behörden erklärten dagegen, dass sich die Lage auf der Insel normalisiert haben - auch, wenn immer noch Löschflugzeuge und Einsatzkräfte am Werk wären und zwei leichte Erdbeben verzeichnet wurden.

An der Geologischen Bundesanstalt, die langjährige Untersuchungsprojekte rund um diesen „aktivsten Vulkan Europas“ durchführte, vernahm man die Nachricht der Explosion mit Besorgnis: Der Stromboli ist aufgrund seiner laufenden kleinen und weitgehend ungefährlichen Ausbrüche eine beliebte Destination. „Eine derart große Eruption ist bei einem solchen Vulkan jedoch ein Alarmzeichen, es droht unmittelbare Gefahr durch Lava, Gesteinsbrocken oder Asche - bis hin zu dadurch ausgelösten möglichen Tsunamis“, warnte die Bundesanstalt. Zwar ist der sich gerade bietende Anblick spektakulär, doch „allein schon zum eigenen Wohl sollte niemand die Gefahrenzone um den Vulkan betreten“.

„Ein Meer aus Steinen …“
Unzählige Augenzeugenberichte untermauern, dass die Lage auf der beliebten Touristeninsel sehr prekär war und auch immer noch nicht zum Verweilen einlädt: „Um mich herum ein Meer aus Steinen, Lavasteine, Asche und ganz, ganz viel Rauch. Man sah nichts mehr. Der Himmel und das Meer sind schwarz geworden“, schilderte eine Touristin aus Neapel.

Heftigster Ausbruch der letzten 35 Jahre
Laut Experten war der Vulkanausbruch am Mittwoch der heftigste der letzten 35 Jahre. Zuletzt war es in den Jahren 2002, 2007 und 2010 zu Vulkanausbrüchen gekommen. Der Stromboli liegt auf der gleichnamigen Insel im Mittelmeer. Er ist Teil der Äolischen Inseln nahe Sizilien und zieht jedes Jahr Tausende Touristen an.

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