26.06.2019 17:00

Das Serienmodell

Lightyear One lädt sich selbst mit Solarpanels auf

Wie umweltfreundlich E-Mobile wirklich sind, ist bereits seit Jahren Gegenstand intensiver Debatten. Batterieelektrische SUVs mit hoher Akkuleistung schleppen jedenfalls schon ob der aufwendigen Produktion ihres Speichers einen großen CO2-Ballast zum Start mit sich herum. Klimafreundlicher dürfte der Lightyear One sein. Es handelt sich um ein ambitioniertes E-Auto-Projekt, das von ehemaligen Studenten der TU Eindhoven auf die Räder gestellt wurde und dessen Serienmodell jetzt Premiere feierte.

Der Stromer zeichnet sich nicht nur durch eine Selbstladefunktion dank Solaraußenhaut aus, sondern außerdem noch durch einen sehr effizienten Antrieb. 2018 wurde das Konzept vorgestellt. Jetzt gibt es erste aussagekräftige Bilder vom Fahrzeug und einige neue Details zur 2021 verfügbaren Serienversion.

Allein der Verbrauchswert von 8,3 kWh pro 100 Kilometer lässt aufhorchen. Ein VW E-Up braucht zum Beispiel knapp 50 Prozent, der Audi e-tron 55 Quattro sogar 200 Prozent mehr Strom. Doch anders als man angesichts dieser Zahlen vermuten möchte, handelt es sich beim Lightyear One keineswegs um ein ultraspartanisches Micromobil. Im Gegenteil, denn mit über fünf Meter Länge erreicht die Limousine sogar Oberklasse-Niveau.

Die stattliche Länge ist vor allem dem besonders aerodynamischen Design mit extralangem Heck geschuldet. Die Silhouette des Lightyear One erinnert an das 2001 auf der IAA vorgestellte Niedrigenergie-Konzept Loremo. Doch anders als bei diesem spartanischen Kleinstmobil vermag der Lightyear fünf erwachsene Fahrgäste und 780 Liter Gepäck aufnehmen. Dank umlegbarer Rückbank kann das Gepäckabteil sogar auf 1700 Liter wachsen.

Erste technische Daten
Ebenfalls für geringe Energieverluste soll der aus vier Radnabenmotoren bestehende Antrieb sorgen, der einen Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in zehn Sekunden erlaubt. Weitere Eckdaten zur Leistung als auch die Batteriegröße werden vorläufig nicht genannt, doch versprechen die Macher eine WLTP-Reichweite von 725 Kilometer, was in Kombination mit dem angegebenen Verbrauch und der zusätzlichen Solaroption eine Batteriegröße von 45 - 60 kWh nahelegt.

Neben der Möglichkeit, Strom aus dem Netz zu zapfen, können die Nutzer eines Lightyear One außerdem noch den Strom aus der in Motorhaube und Dach integrierten Photovoltaikanlage nutzen. Abhängig von Jahreszeit und Sonnenstand soll die tägliche Energieausbeute im Raum Frankfurt für 6 bis 37 Fahrkilometer reichen. Auf eine teure Ladeinfrastruktur kann der Nutzer eines Lightyear One jedenfalls verzichten, denn abgesehen von der Selbstversorgertechnik reichen dem Fahrzeug Haushaltssteckdosen, um über Nacht Strom für 400 Kilometer Reichweite zu tanken.

Reicht die Sonne fürs Weiterkommen?
Die Ladegeschwindigkeit über die Photovoltaikanlage ist überschaubar. Der Hersteller gibt an, bis zu zwölf Kilometer Reichweite pro Stunde tanken zu können. An der Haushaltssteckdose sind es 35 km, an einer 22-kW-Ladesäule 209 km. Maximal lässt sich der Lightyear One mit 60 kW laden, was für 570 km pro Stunde reicht.

2021 sollen erste Kundenfahrzeuge das neugegründete Werk auf dem Automotive Campus im niederländischen Helmond verlassen. Mit großen Stückzahlen ist vorläufig nicht zu rechnen, denn der Preis wird bei 149.000 Euro liegen, was die Macher mit den hohen Stückkosten neuer Technologien begründen. Immerhin dürften die voraussichtlich niedrigen Energiekosten jährliche Einsparungen auf vierstelligem Niveau erlauben.

(SPX)

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