US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat einen „Neustart in der Ernährungspolitik“ verkündet und die seit Jahrzehnten gültige Ernährungspyramide auf den Kopf gestellt. Dabei ließ er sich von einem Expertengremium beraten, welches mehrheitlich mit Personen besetzt ist, die eine Nähe zur Fleisch- und Milchindustrie aufweisen.
Die neuen Empfehlungen stehen der jahrzehntelangen Ernährungsforschung diametral gegenüber, die Wasser, ungesüßten Tee, Gemüse und Obst die größte Bedeutung beigemessen hat. Auch Getreide, Erdäpfel, Nüsse, Milchprodukte und Samen sollten bisher täglich auf den Teller kommen. Fisch und Fleisch sollte in geringeren Mengen über die Woche verteilt konsumiert werden. Ganz selten – also an der Spitze der Pyramide – sollten Fettes, Süßes und Salziges stehen.
Kennedy: „Mensch braucht mehr echtes Essen“
Doch aus Sicht von Gesundheitsminister Kennedy Jr. braucht der menschliche Körper mehr „echtes Essen“. Dabei denkt der 71-jährige Impfskeptiker vor allem an rotes Fleisch und gesättigte Fette. Diese seien „jahrelang zu Unrecht schlecht gemacht worden“, heißt es nun. Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte fehlen übrigens fast gänzlich aus dieser neuen Pyramide, die das sogenannte Tellermodell aus der Ära Barack Obama (siehe Bild unten) ablöst.
In vielen Ernährungsstudien werden allerdings genau diese Produkte als wichtig für eine Verringerung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Diese Empfehlungen bringen uns zurück in die 1950er-Jahre, in denen alle sehr viel Fleisch- und Milchprodukte gegessen haben und sich nicht wirklich um Gemüse gekümmert haben und Herzkrankheiten weit verbreitet waren“, kritisierte Marion Nestle, emeritierte Professorin von der New York University, einem Bericht der BBC zufolge. Die Amerikanische Herzgesellschaft warnte ebenfalls vor den negativen Folgen von einem geistegerten Konsum fleischhaltiger Produkte.
Positiv beurteilt wird Reduzierung verarbeiteter Lebensmittel
Es gibt aber auch positive Aspekte, die bejubelt werden. Dazu gehört auch der Aufruf an die US-Bevölkerung, stark verarbeitete Lebensmittel oder Fertigprodukte massiv zu reduzieren.
Ein ursprünglich aus 20 unabhängigen Mitgliedern bestehendes Beratungsgremium hatte dem Vernehmen nach übrigens zunächst vollkommen andere Empfehlungen ausgearbeitet. Doch die Trump-Regierung ließ die Kommission kurzerhand neu aufstellen. Deren Arbeit spiegelt offenbar auch die Vorstellungen des US-Präsidenten wider, der sich in der Vergangenheit als großer Kritiker von vegetarischer und veganer Ernährung positioniert hat.
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