US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado getroffen. In dem Gespräch ging es um aktuelle Ereignisse, die Zukunft Venezuelas – und Machados Friedensnobelpreis-Medaille.
„Seid versichert, dass wir für die Freiheit Venezuelas auf Präsident Trump zählen können“, sagte Machado zu ihren Anhängerinnen und Anhängern, die sich vor dem US-Regierungssitz in Washington versammelt hatten. Das Treffen begann planmäßig zu Mittag (Ortszeit).
Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt sagte, dass er seine Einschätzung über Machado nicht geändert habe. Demnach sei sie eine „sehr nette Frau“, flöße aber keinen Respekt ein, weshalb sie das südamerikanische Land auch nicht führen könne. Ihr würden die Unterstützung und der Respekt in dem Land fehlen, hieß es. Von Trump selbst gab es direkt nach dem Treffen keine unmittelbare Reaktion.
Im Vorfeld war darüber spekuliert worden, ob die Friedensnobelpreisträgerin Machado Trump womöglich ihren Nobelpreis übergeben wolle. Nach dem Treffen sagte Machado: „Ich habe dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Medaille des Friedensnobelpreises überreicht.“ Auf die Frage, ob Trump die Medaille behalten habe, antwortete sie nicht.
Nobel-Komitee: Gegen die Regeln
Das Nobel-Komitee hatte zuvor klargestellt, dass dies gegen die Regeln und der Preis nicht übertragbar sei. Anfang Jänner hatte Machado im US-Sender Fox News gesagt, sie sei zur Weitergabe des Nobelpreises an Trump bereit: „Weil dies der Preis des venezolanischen Volkes ist, wollen wir ihn (Trump) natürlich überreichen und ihn mit ihm teilen.“
Nach dem Absetzen des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch die USA erhofft sich die Oppositionspolitikerin jetzt eine größere Rolle. Ihre rechtsliberale Partei Vente Venezuela hatte laut der Opposition die Präsidentschaftswahl 2024 gewonnen. Maduro hatte sich damals zum Sieger ausgerufen, Machado selbst hatte nicht antreten dürfen. Zur Übergangspräsidentin wurde jetzt allerdings Delcy Rodríguez ernannt, die bis zu Maduros Gefangennahme seine Stellvertreterin war.
Auch Telefonat mit Rodriguez
„Wir kommen sehr gut mit Venezuela klar“, sagte Trump. Er hatte vor dem Treffen mit Machado noch mit Rodriguez telefoniert. Es sei um Erdöl, Mineralien, Handel und nationale Sicherheit gegangen. Zuvor hatte der US-Präsident deutlich gemacht, dass es ihm um das Öl des Landes gehe. Das Weiße Haus besiegelte am Donnerstag einen Verkauf venezolanischen Öls, das Geschäft hat einen Wert von 500 Millionen US-Dollar.
Wohl keine Neuwahlen oder Reformen
Wie es in dem südamerikanischen Land weitergeht, in dem die Mehrheit der Menschen in Armut lebt, ist unklar. Von Neuwahlen oder demokratischen Reformen ist bisher keine Rede. Trump teilte einen gefälschten Wikipedia-Eintrag, in dem er als „amtierender Präsident“ Venezuelas bezeichnet wird.
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