Die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado hat US-Präsident Donald Trump nach eigenen Worten ihre Friedensnobelpreis-Medaille übergeben. Dies sei in Anerkennung seines Engagements für die Freiheit des venezolanischen Volkes geschehen, sagte Machado am Donnerstag in Washington.
Trump schrieb auf Truth Social von einer wundervollen Geste gegenseitigen Respekts.
Trump hat Machado am Donnerstag zu einem Mittagessen im Weißen Haus empfangen. Der Präsident hatte zuvor klargemacht, was er erwartet: Machado solle ihren Nobelpreis an ihn weiterreichen.
Skepsis und offene Ohren
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, teilte während des Treffens mit, Trump bleibe bei seiner Einschätzung, dass Machado kurzfristig nicht die nötige Unterstützung habe, um das Land zu führen.
Trump hatte zuvor bereits Zweifel an Machados Rückhalt geäußert und die Übergangspräsidentin des Landes, Delcy Rodriguez, gelobt. Der US-Präsident hat erklärt, sein Fokus liege auf dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Venezuelas und der Sicherung des US-Zugangs zum Öl des Landes.
Nach dem Treffen im Weißen Haus sprach Machado mit einer überparteilichen Gruppe von mehr als einem Dutzend Senatoren. Dort fand sie offenbar mehr Unterstützung. Der demokratische Senator Chris Murphy sagte, Machado habe berichtet, die Unterdrückung in Venezuela sei unter der neuen Führung nicht anders als zuvor unter Maduro. Murphy bezeichnete Übergangspräsidentin Rodriguez als gewiefte Akteurin, die ihre Macht dank Trumps Unterstützung täglich festige. Er sei skeptisch, ob es zu Wahlen kommen werde.
Seid versichert, dass wir für die Freiheit Venezuelas auf Präsident Trump zählen können.
Die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado
Machado hatte das Gelände des Weißen Hauses zu Fuß durch einen Seiteneingang betreten, wie auf Videos in lateinamerikanischen Medien zu sehen war. Als sie das Weiße Haus verließ, begrüßte sie eine Gruppe von Anhängern, die sich vor dem Regierungssitz versammelt hatten. „Seid versichert, dass wir für die Freiheit Venezuelas auf Präsident Trump zählen können“, sagte sie.
Nobelinstitut: Preis kann nicht auf andere übertragen werden
Das Nobelinstitut in Oslo hat schon in der vergangenen Woche darauf verwiesen, dass ein Nobelpreis „weder widerrufen, geteilt noch auf andere übertragen werden“ kann. „Sobald die Bekanntgabe erfolgt ist, ist die Entscheidung endgültig“, hieß es in einer Mitteilung, die das Institut auf seiner Website veröffentlichte.
Anfang des Monats hatten US-Streitkräfte bei einem militärischen Einsatz auf Venezuela den autoritären Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefangen genommen und außer Landes gebracht. Daraufhin hatte sich Trump skeptisch über die Eignung der Oppositionsführerin als dessen Nachfolgerin geäußert. Aus seiner Sicht genieße sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land, sagte er.
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