12.04.2010 14:00 |

Einfach erklärt

Die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen

Eins haben Winter- und Sommerreifen gemeinsam: Sie sind rund und Schwarz. Doch trennen Welten diese beiden Reifen, sind sie doch technisch gesehen total unterschiedlich. Nur durch ihren großen Unterschied sind die beiden ihren jeweiligen Einsatzbedingungen gewachsen. Daher ist es spätestens jetzt Zeit zum Wechseln, am 15. April endet auch die situative Winterreifenpflicht.

"Die Einsatzbedingungen von Sommer- und Winterreifen", so Julia Sandor, Inhaberin von reifensuchmaschine.de, "sind grundsätzlich unterschiedlich. Während Winterreifen speziell für Fahrten in niedrigen Temperaturbereichen und auf vereisten oder verschneiten Fahrbahnen ausgelegt sind, entfalten Sommerreifen ihre optimale Leistungsfähigkeit bei Temperaturen ab sieben Grad Celsius aufwärts." Anders als Winterreifen garantierten sie auf heißen, trockenen und nassen Straßenbelägen optimale Sicherheit und perfekten Grip.

Es liegt vor allem an der Gummimischung
Für Sommerreifen spricht der geringere Spritverbrauch, kürzere Bremswege, höhere Fahrstabilität und weniger Abnutzung. Warum Winterreifen im Sommer nicht gegen die Sommerpneus anhalten können, liegt schlicht und einfach an der extrem unterschiedlichen Profilgestaltung und der Gummimischung.

Winterreifen haben in der Lauffläche eine sehr weiche Gummimischung, die bei kalten Temperaturen und auf vereisten Untergründen bessere Straßenhaftung ermöglicht. Sie verfügen über 2.000 Lamellen in ihrem Profil, um eine gute Verzahnung mit Schnee zu gewährleisten. Um möglichst viele Lamellen unterzubringen, haben Winterreifen-Profile einen vergleichsweise hohen Positiv–Anteil. Oder umgekehrt: weniger Rillen als Sommerreifen.

"Sommerreifen haben eine härtere Mischung, die bei Temperaturen ab sieben Grad aufwärts einen geringeren Rollwiderstand ermöglicht", erklärt Sandor weiter. Deshalb nutzen sich deutlich weniger ab und sind spritsparender.. Anstelle von Lamellen weisen sie kompakte Profilblöcke auf. Damit verfügen sie über eine höhere Fahrstabilität und bieten insbesondere bei Kurvenfahrten höhere Sicherheitsreserven. Die härtere Mischung und die kompakten Profilblöcke ermöglichen im Sommer deutlich kürzere Bremswege als Winterreifen. Bei 20 Grad, trockener Fahrbahn und einer Geschwindigkeit von 100km/h verkürzt sich der Bremsweg mit Sommerreifen um rund fünf Meter!

Außerdem können Sommerreifen dank des höheren Negativ–Anteils in der Lauffläche mehr Wasser aufnehmen und ableiten und verfügen damit über bessere Aquaplaningeigenschaften.

Fazit: Jeder Kilometer bei sommerlichem Wetter auf Winterreifen kostet den Fahrzeughalter bares Geld. Und Sicherheit.

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