Angst vor Kritik?
Israels Premier pfeift auf Atom-Gipfel in den USA
Anstelle Netanyahus soll Geheimdienst- und Atomenergieminister Dan Meridor an der Konferenz teilnehmen. Israel gilt seit Jahren als Atommacht, obwohl es den Besitz von Nuklearwaffen offiziell nie bestätigt hat.
Laut der Tageszeitung "Haaretz" wird erwartet, dass eine Gruppe muslimischer Staaten unter der Führung Ägyptens und der Türkei die israelische Regierung zur Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags drängen will. Man sei "enttäuscht" von der Entwicklung im Vorfeld der Konferenz, zitierte das Blatt ein namentlich nicht genanntes Mitglied der israelischen Regierung: "Bei der Konferenz sollte es um den Umgang mit der Gefahr des nuklearen Terrors gehen. In den letzten Tagen haben wir aber Berichte über die Pläne einiger Teilnehmerstaaten erhalten, von der Frage des Kampfes gegen den Terror abzurücken und stattdessen die Veranstaltung dazu zu missbrauchen, Israel beim Atomwaffensperrvertrag anzutreiben."
Vertreter aus 43 Ländern kommen nach Washington
Zu dem Treffen hat US-Präsident Barack Obama Vertreter aus 43 Ländern eingeladen. Ziel ist eine Vereinbarung darüber, dass die Länder gefährliches Atommaterial in Militär- und Forschungseinrichtungen sowie in der Medizin so schützen, dass es Terroristen nicht in die Hände fallen kann. Der zweitägige Gipfel beginnt am kommenden Montag. Der Atomwaffensperrvertrag, der die Verbreitung von Nuklearwaffen verbietet, wurde bisher von knapp 190 Staaten unterzeichnet, nur nicht von den Atomstaaten Israel, Indien, Nordkorea und Pakistan.
Abrüstungsabkommen zwischen USA und Russland
Erst am Donnerstag hatten die USA und Russland mit einem umfangreichen Abrüstungsvertrag einen Neubeginn ihrer Beziehungen eingeleitet. Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew unterzeichneten in Prag ein Abrüstungsabkommen, das den Abbau der strategischen Atomwaffen vorsieht, aber auch viel Spielraum für Interpretationen lässt. Mehr Infos dazu in der Infobox!
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