Ditz verteidigte nach der Sitzung die von der SPÖ heftig kritisierte und von deren Mandataren im Aufsichtsrat abgelehnte Abschlagszahlung für den Kurzzeit-Vorstandschef: "Ich finde es komisch, dass ein Mann, der erst ein gutes halbes Jahr im Amt ist, zum Buhmann gemacht werden soll." Die als ausverhandelte Abfindung für Pinkl zuletzt genannten 2,9 Millionen Euro "sind falsch, die Summe liegt unter zwei Millionen".
Wegen des Polit-Krachs drohte der Deal mit Pinkl - und damit die ganze Aufsichtsratssitzung - im letzten Moment zu platzen. Kurz hieß es, sie sei auf unbestimmte Zeit verschoben, dann nur "unterbrochen". Schließlich ging es aber doch weiter und alle Beschlüsse gingen durch.
Meldungen, wonach der Austausch des gesamten Hypo-Vorstandes rund zehn Millionen Euro an Kosten verursachen würde, wies Ditz kategorisch zurück: "Es macht insgesamt, also inklusive Pinkl, ein Drittel dieser kolportierten Summe aus." Pinkl bleibe zudem noch sechs Monate im Haus und stehe dem neuen Vorstand in beratender Funktion zur Verfügung.
Jahresverlust beträgt 1,6 Milliarden Euro
Ditz berichtete außerdem, dass der Jahresverlust der Bank 2009 satte 1,6 Milliarden Euro ausmachen wird. Auf die Frage, ob Insolvenzgefahr bestehe, meinte er, diese sei "gebannt". Man werde "die Kernkapitalquote nicht ausreichend, aber regelkonform erreichen", sagte der Aufsichtsratschef.
Neuer Vorstand um Gottwald Kranebitter
Ab 1. April ist nun der bisherige KPMG-Österreich-Chef Gottwald Kranebitter neuer Vorstandsvorsitzender der Hypo. Kranebitters Vize wird der neue Risiko-Vorstand Wolfgang Edelmüller. Hypo-Finanzchef wird Johannes Proksch. Der Chief-Operations-Officer wird erst in einer Folgesitzung gekürt.
Aufsichtsratschef Johannes Ditz und sein Stellvertreter Rudolf Scholten erklärten in einer Pressemitteilung: "Wir haben großes Zutrauen in das neue Team. Damit machen wir auch personell den nach der Übernahme durch den Bund erforderlichen Neuanfang."
Unstimmigkeiten wegen Boni
Ditz betonte, dass alle drei Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat einstimmig bestellt worden seien. "Es hat lediglich bezüglich der Boni Einwände von Rudolf Scholten gegeben", sagte Ditz. Eventuelle Boni würden aber ohnehin nur bezahlt, wenn die Bank nach drei Jahren "substanzielle Summen" des eingesetzten Steuergeldes zurückzahlen könne. Er sprach von "jedenfalls mehr als der Hälfte" des eingesetzten Geldes.
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