Langsam, aber sicher wird die im Internet gestartete "schwarz bewegt"-Plattform zur echten Bedrohung für VP-Chef Josef Martinz. Die Wortwahl der Eintragungen, die Intensität der Kritik, die Forderungen der Frustrierten – alles wird heftiger, lauter, eindringlicher. Und das scheint Martinz selbst auch so zu empfinden. Daher ließ er seinen Pressechef Wolfgang Dittmar mit einem parteiinternen Brief an alle Funktionäre reagieren.
Dieses eigentlich interne Schreiben fand sich schon Minuten später im Internet wieder und zeigt die hochgradige Nervosität an der VP-Spitze. Dittmar zitiert Martinz mit folgenden Worten: "Das sind jene, die seinerzeit die ÖVP nahezu zugrunde gerichtet haben!" Und ergänzend: Als Parteiobmann werde es Josef Martinz nicht zulassen, dass diese Personen der ÖVP wieder Schaden zufügen wollen.
"Führen sich auf, als wären sie die Weltmeister"
Eine Reaktion von Martinz, die vielen in die falsche Kehle rutschte. Die Antwort eines schwarzen Rebellen kam prompt: "Es ist ein Zeichen von Angeschlagenheit und Schwäche, die Kritiker zu denunzieren und als Verräter darzustellen." Ein wichtiger ÖVP-ler nennt im "Krone"-Gespräch einen Grund für das derzeitige Rumoren: "Klubchef Stephan Tauschitz und Sekretär Achill Rumpold schirmen Martinz völlig ab und führen sich auf, als wären sie die Weltmeister."
Prominente Hilfe erhalten die Martinz-Kritiker von Wirtschaftskammer-Boss Franz Pacher. "Die Plattform ist keine Sache, mit der ich mich nicht identifizieren kann", meint er zur "Krone". Umkehrschluss: Pacher kann sich mit den Forderungen identifizieren. Ja, mehr noch: Er verknüpft das politische Schicksal von Martinz mit der Rücknahme der unverschämten Parteienförderung. "Nur wer das zurücknimmt, steht außer Streit", poltert der mächtige VP-Grande, der auch die sofortige Neuformulierung des Koalitionspapiers mit der FPK fordert.
von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"
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