Schwere Krise

Kärntner Image am Tiefpunkt: Frust in der Bevölkerung

Kärnten
25.02.2010 11:27
Das Kärntner Image befindet sich am absoluten Tiefpunkt. Dem Hypo-Skandal und den politischen Turbulenzen der vergangenen Wochen und Monate sei Dank. Rund die Hälfte der Kärntner glauben deshalb, dass es in der Politik zu "grundlegenden Änderungen", wie etwa dem Austausch von Köpfen oder Neuwahlen, kommen muss.

Eine von der Kärntner Industriellenvereinigung (IV) in Auftrag gegebene Studie der Karmasin-Marktforschung hat teils erschreckende Details zu Tage gebracht.

Kärnten sehen Lage kritischer als "Fremde"
Befragt wurden sowohl Kärntner als auch Bewohner anderer Bundesländer über das Bild Kärntens. "Das Fremdbild war erwartet kritisch, die Kärntner sehen die Situation überraschenderweise aber noch kritischer", erläuterte Sophie Karmasin am Mittwochabend im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Klagenfurt.

Karmasin geht daher davon aus, dass die Auseinandersetzung der Kärntner mit der Krise bereits stattgefunden hat. Das Thema der enormen Verschuldung des Bundeslandes sei bei den Menschen angekommen. "Nur mehr 15 Prozent glauben, dass die Landesverschuldung nicht höher ist als im österreichischen Durchschnitt", sagte Karmasin.

Täglich eine Million Euro mehr Schulden
Der Kärntner Industrie würde durch die Imagekrise schon jetzt Schaden erwachsen, meinte IV-Präsident Otmar Petschnig. In Zahlen ausdrücken würde man diesen Schaden allerdings erst in einigen Jahren können. Petschnig skizzierte die Krise mit der selbst aufgestellten Formel "1-4-13". Der Schuldenstand des Landes würde täglich um eine Million Euro wachsen, gleichzeitig würde die Bevölkerung um vier Einwohner schrumpfen und zusätzlich habe man mit einer Arbeitslosenquote von dreizehn Prozent zu kämpfen, erläuterte Petschnig. All dies Entwicklungen gelte es aufzuhalten und umzukehren.

Ein kontraproduktiver Doppelpass
"Einen guten Wirtschaftsstandort zeichnen Stabilität und Berechenbarkeit aus, die Umfrage zeigt uns etwas anderes", sagte Monika Kircher-Kohl, Vorstandsvorsitzende von Infineon Österreich. Junge und gut ausgebildete Menschen würden das Land verlassen, gleichzeitig das Bild vermittelt, dass Ausländer nicht gebraucht würden. "Diese Doppelpass ist kontraproduktiv", erklärte Kircher-Kohl.

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