Nach Käse-Skandal

LR Anschober will nun Gesetz: Kunden werden belogen

Oberösterreich
22.02.2010 09:43
Der steirische "Killer-Käse" eines Linzer Erzeugers wird nun zum brisanten Politikum: Denn die Milch für dieses "österreichische" Produkt stammte aus Holland und wurde in Deutschland verarbeitet. Listeriose-Bakterien darin forderten bekanntlich sechs Todesopfer. "Die Lebensmittelkennzeichnung muss geändert werden", fordert nun wiederholt "Grünen"-Landesrat Anschober.

Diese schaffe nämlich "eine völlige Irreführung der Konsumenten", wettert der Umweltschutz-Landesrat, der seit drei Jahren bei der Bundesregierung um eine Reform kämpft. Derzeit reicht es aus, dass fünfzig Prozent der Wertschöpfung inklusive Verarbeitung und Verpackung in Österreich erfolgen, um ein Lebensmittel als Österreich-Produkt auf den Markt zu bringen.

"Das konnte dazu führen, dass beim aktuellen Käseskandal ein Produkt völlig legal als 'Hartberger Bauernquargel' verkauft werden durfte, obwohl sich kein Tropfen steirischer Milch im Produkt befand, sondern die gesamte Milch aus Holland stammte", kritisiert Rudi Anschober.

Er will nun eine Allianz mit Konsumentenschutzreferenten anderer Bundesländer schaffen und erreichen, dass Österreich-Produkte nur Rohstoffe aus Österreich enthalten dürfen.

von Johann Haginger, OÖ Krone

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