Er sei nun optimistisch für die Zukunft, meinte der Bürgermeister von Szentgotthard, Tibor Viniczay: Es habe sich gezeigt, dass die Raab-Verschmutzung auch auf österreichischer Seite sehr ernst genommen werde. "Wir erwarten uns vom heutigen Tag weitere Kooperationen und einen Erfahrungsaustausch zwischen österreichischen und ungarischen Wasserschutzbehörden und verschiedenen Zivilorganisationen", so Katalin Kiss, Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative PRONAS. Viniczay wollte bei der Veranstaltung außerdem deutlich machen, dass gemeinsam viel zu erreichen sei.
Strengere Kontrollen der Emissionen
Eine Hauptmaßnahme zur Verbesserung der Wasserqualität der Raab im Burgenland und in der Steiermark stellen strengere Kontrollen der Emission der lederverarbeitenden Betriebe dar. So wurde etwa die Kläranlagen-Kontrolle bei der Lederfabrik in Jennersdorf intensiviert. Seither werden an allen Werktagen Zu- und Ablaufproben entnommen und von der Gewässeraufsicht der Landesregierung untersucht, so Gerhard Spatzierer, Leiter der Abteilung Wasser- und Abfallwirtschaft im Amt der Landesregierung.
Die Ergebnisse der Messungen werden innerhalb von etwa zehn Tagen auf der Website des Umweltministeriums veröffentlicht. Außerdem werden fallweise unangekündigte Überprüfungen im Werk vorgenommen. Ein unabhängiges Fachinstitut prüft zusätzlich viermal im Jahr die Kläranlage. Die Gewässeraufsicht an der Landesgrenze zur Steiermark und in Neumarkt entnimmt monatlich Wasserproben und untersucht diese. Auf burgenländischer Seite sei das Werk in Jennersdorf der einzige Einleiter von Abwässern in die Raab.
Situation soll sich 2010 weiter verbessern
Laut Wilfried Schimon vom Umweltministerium soll sich die Situation im Südburgenland jedenfalls im heurigen Jahr verbessern. Immerhin musste die Produktion in Jennersdorf in den vergangen zwei Jahren gedrosselt werden – Auslöser war die anhaltende Wirtschaftskrise. Mit dem Bau der tertiären Abwasserreinigungsstufe wurde deshalb noch nicht begonnen. Sollte es aber zu außergewöhnlichen Zuständen, wie Betriebsferien, Störfällen oder Betriebsumstellungen, kommen, werden diese sofort nach Ungarn durchgegeben.
"Durchgängigkeit bei Wehranlagen der Raab im Grenzraum OpenWehr" ist der Titel eines EU-Projekts für die ökologische Rehabilitierung der Raab im Burgenland und in der Steiermark. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro, so Spatzierer. Das Projekt soll bis 2012 abgeschlossen sein. Es sieht unter anderem die Verbesserung der Fisch-Passierbarkeit beim Kraftwerk in Neumarkt an der Raab vor.
Jahrelange Proteste in Ungarn
Die Verschmutzung durch Schaum hatte in den vergangenen Jahren zu verstärkten Protesten vor allem in der ungarischen Bevölkerung geführt. Zunehmendes öffentliches Interesse an der Problematik bewirkte, dass die Angelegenheit schließlich zum Thema von Gesprächen auf Ministerebene wurde. Die Schaumbildung auf der Raab war laut Experten großteils auf die Chemikalie Naphthalin-1,5-Disulphonat zurückzuführen. Sie war durch Kläranlagen von drei lederverarbeitenden Betrieben in den Fluss gelangt.
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