Schlankheitspillen aus dem Versandhandel halten nicht, was sie versprechen - abnehmen tut nur die Brieftasche, resümiert AK-Ernährungsexpertin Petra Lehner. Ein AK-Test zeigt: Verwunderlich sind die Inserate - denn die Schilderungen, wie die Kilos purzeln sollen, sind frei erfunden. Für keinen der in den Mitteln enthaltenen Stoffe ist eine schlank machende Wirkung nachgewiesen - zwei sind sogar gesundheitlich bedenklich. Die Anbieter halten sich bedeckt und geben oft nur Bestelltelefonnummern oder Postfächer an.
Die AK hat Inserate über Schlankheitsmittelanalysiert, 11 Produkte bestellt und ernährungswissenschaftlichbewertet. Der Test zeigt: Es gibt keine Wunderpillen. Was dieWerbung verspricht, können die Schlankheitsmittel nicht halten.Die Stoffe, die den wundersamen Gewichtsverlust bewirken sollen,sind in den Inseraten meist nicht angegeben. Bevor jemand seinGeld ausgibt, kann er nicht prüfen, ob das Mittel wirkenkönnte. Ein Stoff, der Fettpolster auflöst und das auchnoch gezielt an Bauch, Bein und Po, existiert nicht, so Lehner.Die Produktanalyse ergab, dass für keinen der Wirkstoffeeine schlank machende Wirkung erwiesen ist. Wäre das so,müssten es rezeptpflichtige Arzneien sein.
Großes Geschäft unter verschiedenenNamen Lehner bedauert, dass die derzeitige Rechtslage denunseriösen Anbieter zu Gute kommt. Denn es sind weder Postämternoch Werbeträger verpflichtet, Auskünfte über Postfachinhaberoder Auftraggeber zu erteilen. Nach langer mühevoller Recherchezeigt sich, dass nur einige wenige Firmen das große Geschäftmachen. Hinter zwei Drittel der bestellten Produkte steht vermutlichein Luxemburger Unternehmen - trotz unterschiedlicher Namen undBestelltelefonnummern. Dieser Firma konnten im Laufe des Tests15 verschiedene Namen zugeordnet werden.
Die Anbieter verschweigen gerne Angaben überihre eigene Identität, so Lehner. In vielen Inseraten stehennichts sagende Bezeichnungen, z.B. Leserservice, und Bestelltelefonnummern.Die auf den Paketen angeführten Absenderadressen sind meistPostfächer oder unverständlich wiedergegebene Auslandsadressen(z.B. Abkürzungen).
Für die im Produkt enthaltenen Substanzen liegenkeine seriösen wissenschaftlichen Nachweise vor, sagt Lehner.Kein einziges Präparat bewirkt einen Gewichtsverlust - schongar nicht, wenn man weiter isst wie bisher. Die häufig erwähnteRückgabegarantie ist auch ein Schmäh, sagt die AK: Entwederdürfen nur original verpackte Produkte zurückgesendetwerden oder Konsumenten können niemanden für eine Rückabwicklungenausfindig machen. Retouren gehen an ein Postamt oder Postfach- auf Antworten oder Rücküberweisungen warten Konsumentenmeist vergeblich.
Auch noch gefährlich! Nicht alle Mittel sind ungefährlich, warnt Lehner.In zwei Produkten ist das gesundheitlich bedenkliche Chrompikolinatenthalten. Es steht unter dem Verdacht, Krebs zu erzeugen, undes sind viele Nebenwirkungen bekannt. Die britische Lebensmittelbehördeund das deutsche Institut für Risikoforschung haben bereitsoffiziell davor gewarnt. Derzeit ist eine EU-Initiative zum generellenVerbot dieses Zusatzes geplant.
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