Fr, 22. Februar 2019
18.01.2019 10:14

Zwei schwere Vorwürfe

Druck wurde zu groß: Asfinag-Chef tritt zurück!

Paukenschlag beim staatlichen Autobahnkonzern Asfinag: Vorstandschef Klaus Schierhackl tritt Ende Jänner von seiner Funktion als Vorstandsdirektor zurück. In den vergangenen Wochen wurde der Druck auf ihn nach dem Vorwurf der sexuellen Belästigung und einer dubiosen Haus-Schenkung offenbar immer größer. Schierhackl war seit 20 Jahren im Unternehmen und seit 2007 im Vorstand.

Der Aufsichtsrat soll sich mit Schierhackl einvernehmlich auf eine Auflösung des Vertrags geeinigt haben, hieß es am Freitag. Schierhackl verlasse das Unternehmen „auf eigenen Wunsch“, so ein Asfinag-Sprecher am Freitag. „Die Aufgabe des Aufsichtsrats ist es nunmehr, die Vorstandsebene neu aufzustellen und das Unternehmen damit in ein ruhiges Fahrwasser zu führen“, so Aufsichtsrat Peter Franzmayr. Erst im November trat Asfinag-Vorständin Karin Zipperer zurück. Somit sind nun zwei Vorstandsposten nachzubesetzen. 

Vorwurf I: Mitarbeiterin sexuell belästigt
Der erste Vorwurf gegen Schierhackl tauchte Ende November auf. Er soll eine Mitarbeiterin im Mai 2014 vor zwei Zeugen durch eine untergriffige Aussage sexuell belästigt haben. Daraufhin beschloss der Aufsichtsrat die Einsetzung einer Untersuchungskommission. Unter Beiziehung externer Experten - Juristen, Psychologen und Mediatoren - soll der Vorwurf geklärt werden. Ein Ergebnis steht noch aus. Schierhackl bestreitet bis heute den Vorwurf und vermutet eine interne Intrige.

Vorwurf II: Haus als Geschenk angenommen
Mitte Dezember dann der nächste Vorwurf: Schierhackl soll von der Stifterin jener Stiftung, die der Asfinag in der Wiener Innenstadt Büros vermietet, ein Haus in Marchegg in Niederösterreich im Wert von 1,3 Millionen Euro geschenkt bekommen haben. Auch hier wurde eine Untersuchungskommission einberufen, ein erster Zwischenbericht wird Mitte Jänner erwartet.

Schierhackl überlegt sich rechtliche Schritte
Schierhackl, der seit 2007 einer der Asfinag-Vorstände ist, gab im Dezember bekannt, gegen die erhobenen Vorwürfe seinerseits rechtliche Schritte zu prüfen. Rund ums Haus sei jedenfalls alles Asfinag-intern dokumentiert worden. Schierhackl und die beschenkende Dame hätten einander 2005/2006 kennengelernt und ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt, das später „familienartig“ geworden sei. Hier werde, wie beim Vorwurf der sexuellen Belästigung, die im Rahmen einer Bemerkung gegenüber einer Mitarbeiterin gefallen sein soll, nichts übrig bleiben.

Hofer: „Die letzten Monate waren eine Herausforderung“
„Die letzten Monate mit den auch öffentlich gewordenen Diskussionen rund um Schierhackl waren eine große Herausforderung“, sagte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Freitag in einer Aussendung. „Ich bedanke mich beim Aufsichtsrat für das besonnene Handeln. Die Asfinag ist eines der bedeutendsten Infrastrukturunternehmen des Landes. Umso wichtiger ist es, die Ruhe im Unternehmen wieder herzustellen. Ich bin zuversichtlich, dass dies mit der Neuaufstellung des Vorstandes gelingen wird.“

Gabriele Csoklich führt Asfinag vorerst interimistisch
Die Asfinag werde nun interimistisch von Gabriele Csoklich geführt werden, die derzeit das Konzern-Rechnungswesen leitet. Csoklich ist auch Geschäftsführerin der Asfinag European Toll Service GmbH. Ein Auswahlprozess für die Nachbesetzung des Vorstandspostens von Karin Zipperer laufe bereits, sagte ein Asfinag-Sprecher. Wenn möglich, solle bereits am 1. Februar ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin feststehen. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Finanzvorstand Schierhackl soll noch im ersten Quartal 2019 gefunden werden. Die Asfinag hatte bisher keinen Vorstandsvorsitzenden, sondern es gab zwei Vorstände. Karin Zipperer war Technik-Vorständin.

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