Kreml-Posse

Nicht rechtzeitig vor Großdemo gewarnt: Berater entlassen

Ausland
04.02.2010 15:24
Nach einer Massendemonstration gegen den russischen Regierungschef Wladimir Putin in der Stadt Kaliningrad, dem früheren Königsberg, hat ein ranghoher Kreml-Berater seinen Posten verloren. Der für die Ostsee-Exklave Kaliningrad zuständige Experte Oleg Matwejtschew habe wegen der Kundgebung am vergangenen Samstag mit rund 12.000 Teilnehmern seinen Hut nehmen müssen, berichtete die Zeitung "Wedomosti".

Dem Berater wird vorgeworfen, den Kreml nicht rechtzeitig über die geplanten Massenproteste informiert zu haben. "Wir mussten jemanden opfern", sagte ein Funktionär der von Putin geführten Partei Geeintes Russland. Im Kreml sei die Furcht groß, dass andere Regionen dem Beispiel Kaliningrads folgen könnten.

Nach Informationen der Zeitung ist die russische Machtelite von der Wucht der jüngsten landesweiten Straßenproteste von Kaliningrad über Moskau bis Wladiwostok überrascht. Da die Amtszeit des Gebietsgouverneurs von Kaliningrad, Georgi Boos, bereits in diesem September ablaufe, fürchte Moskau bei den Regionalwahlen an der Ostsee einen Erfolg der regierungskritischen Opposition.

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