Kleines Wunder

Bub 12 Stunden nach Tsunami aus Autowrack gerettet

Ausland
24.12.2018 11:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Es ist ein kleines Wunder am Rande der Katastrophe: Helfer haben offenbar mehr als zwölf Stunden nach dem Tsunami in Indonesien einen fünf Jahre alten Buben lebend aus einem Autowrack retten können. Die Opferzahl steigt indes immer weiter an: Offiziellen Angaben zufolge starben 429 Menschen, als die von einem Vulkanausbruch ausgelöste Flutwelle die Strände der Inseln Sumatra und Java verwüstete. Rund 1500 Menschen wurden verletzt.

„Wir sind beim Hotel Mutiara am Strand von Carita“, erzählt Reeza Herasbudi in einem Video, das er auf Instagram veröffentlichte. Hinter ihm ist ein Auto zu sehen, an dem sich Helfer zu schaffen machen. „Dieser Wagen war von einem Baum zerquetscht worden“, schildert er weiter. Als die Kamera näher ran geht, hört man ein Kind weinen. Kurz darauf hält der Mann einen kleinen weinenden Buben, Ali, in den Armen. „Du bist in Sicherheit“, sagt er demnach dem Kind, „bleib ruhig.“

Angst vor einer neuen Flutwelle ist groß
Die Zahl der Opfer dürfte unterdessen weiter ansteigen. Bisher sind offziell 281 Tote und mehr als 1000 Verletzte zu beklagen. Es gibt allerdings immer noch Vermisste - und auch die Angst vor einer neuen Flutwelle ist groß. Solange der Vulkan auf der kleinen Insel Anak Krakatoa, der den Tsunami am Samstagabend Ortszeit ausgelöst hatte, aktiv sei, seien weitere Erdrutsche unter Wasser möglich, so Experten - und damit weitere Riesenwellen.

Der Tsunami war am Samstagabend über Küstenregionen und Touristenstrände an der Meerenge von Sunda hereingebrochen. Die Flutwellen trafen im Süden der Insel Sumatra und im Westen der Insel Java an Land. Hunderte Gebäude wurden zerstört.

Videos zeigen die Kraft der Wellen und die Zerstörung danach:

Indonesien wird immer wieder von katastrophalen Tsunami-Flutwellen heimgesucht. Diese entstehen in der Regel durch Erdbeben unter dem Meeresboden. Dass sie durch Vulkanausbrüche und Erdrutsche ausgelöst werden, ist eher selten. Aus diesem Grund hatte auch das Tsunami-Frühwarnsystem nicht angeschlagen - die Menschen wurden unvorbereitet getroffen.

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