Zahl der Toten steigt

Tsunami: Experten warnen vor neuen Flutwellen

Ausland
24.12.2018 06:13

Nach dem verheerenden Tsunami in Indonesien (siehe auch Video oben) ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 280 gestiegen. Bei der Naturkatastrophe seien auch mehr als 1000 Menschen verletzt worden, teilte die Katastrophenschutzbehörde des Landes am Montag mit. Man gehe aber davon aus, dass die Zahl der Opfer und der Schäden weiter ansteigen wird. Zudem gebe es eine „hohe“ Wahrscheinlichkeit für weitere Tsunamis, solange die derzeitige Aktivität des Vulkans anhalte.

„Die Zahl der Opfer und der Schäden wird weiter ansteigen“, sagte Katastrophenschutzsprecher Sutopo Purwo Nugroho, nachdem die Behörde die offizielle Totenzahl von 222 auf 281 angehoben hatte. Es gibt weiterhin Vermisste. Rettungskräfte sind bei regnerischem Wetter mit schwerem Gerät im Einsatz, um in den betroffenen Gebieten Trümmer zu entfernen. 

(Bild: AFP)
Verwüstungen durch einen Tsunami (Bild: AP (Symbolbild))
Verwüstungen durch einen Tsunami
(Bild: AP)
(Bild: AFP)

Vulkanausbruch ohne Vorwarnung
Der Tsunami war am Samstagabend nach einem Vulkanausbruch ohne Vorwarnung über Küstenregionen und Touristenstrände an der Meerenge von Sunda hereingebrochen. Die Flutwellen trafen im Süden der Insel Sumatra und im Westen der Insel Java an Land. Hunderte Gebäude wurden zerstört.

Video: Hier schwappen die ersten Wellen an die Küste

„Hohe“ Wahrscheinlichkeit für weitere Erdrutsche
Ausgelöst wurden die bis zu 90 Zentimeter hohen Wellen durch einen unterseeischen Erdrutsch nach einer Vulkaneruption auf der kleinen Insel Anak Krakatoa zwischen Java und Sumatra. Der Experte Richard Teeuw von der Universität Portsmouth warnte, es gebe eine „hohe“ Wahrscheinlichkeit für weitere Tsunamis, solange die derzeitige Aktivität des Vulkans anhalte. Denn diese könne zu weiteren Erdrutschen unter Wasser führen.

Indonesien wird immer wieder von katastrophalen Tsunami-Flutwellen heimgesucht. Diese entstehen in der Regel durch Erdbeben unter dem Meeresboden. Dass sie durch Vulkanausbrüche und Erdrutsche ausgelöst werden, ist eher selten. Aus diesem Grund hatte auch das Tsunami-Frühwarnsystem nicht angeschlagen - die Menschen wurden unvorbereitet getroffen.

Mehr als 2000 Menschen starben bei letztem Tsunami
Bei einem schweren Beben und einem anschließenden Tsunami kamen erst Ende September auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 2000 Menschen ums Leben. Besonders verheerend war der Tsunami zu Weihnachten 2004: Damals starben in den Anrainerstaaten um den Indischen Ozean rund 230.000 Menschen, allein 168.000 davon in Indonesien. Ausgelöst worden war diese Katastrophe durch ein Seebeben der Stärke 9,1.

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