Evakuierung?

Nach Unwetter müssen Ennstaler weiter zittern

Steiermark
30.06.2026 20:00

Nach einem großen Murenabgang im steirischen Ennstal ist die Gefahr in Haus und Schladming noch nicht gebannt. Evakuierung von Anrainern steht womöglich bevor.

„Alle beten natürlich, dass es am Mittwoch zu keinen argen Niederschlägen kommt. Das würde die Situation noch einmal verschärfen“, sagte Christoph Schlüßlmayr vom Bereichsfeuerwehrverband Liezen am Dienstag im Gespräch mit der „Krone“. Nach dem Unwetter in der Nacht auf Montag ist das Geschiebeauffangbecken im Ortsteil Oberhaus mit rund 30.000 bis 40.000 Kubikmetern Geröll vollständig gefüllt und wird derzeit ausgebaggert.

Anrainer reagieren gelassen
Aus Sicherheitsgründen wurden noch am Montagabend die Bewohner von 47 Gebäuden in der gelben Gefahrenzone persönlich besucht und über eine mögliche Evakuierung informiert. „Alle haben die Information ruhig aufgenommen. Wir kennen solche Situationen – was im Sommer der Regen ist, ist im Winter der Schnee“, berichtet Schlüßlmayr. Insgesamt standen 63 Feuerwehrleute von neun Ennstaler Feuerwehren sowie Bergrettung, Rotes Kreuz und Polizei im Einsatz.

Die Gefahren werden laufend neu beurteilt.
Die Gefahren werden laufend neu beurteilt.(Bild: BFVLI / Schlüßlmayr)

Am Dienstagnachmittag sollte dann ein Geologe die Lage bei einem Erkundungsflug mit dem Polizeihubschrauber beurteilen. „Sobald wir seine Einschätzung kennen, beraten wir gemeinsam mit allen Verantwortlichen über die weiteren Schritte“, so Schlüßlmayr.

Trinker: „Alle machen das Beste daraus“
Die Folgen des Murenabgangs vom Sonntag sind unterdessen weiter deutlich spürbar. Die Untertalstraße bleibt gesperrt, zahlreiche Fahrzeuge sind nach wie vor eingeschlossen. Rund 30 Wanderer befinden sich noch auf umliegenden Hütten, weil sie ihre Autos derzeit nicht erreichen beziehungsweise aufgrund der Straßensperre nicht wegfahren können.

Die Straße im Untertal ist weiterhin gesperrt.
Die Straße im Untertal ist weiterhin gesperrt.(Bild: FF Untertal-Rohrmoos)

„Ebenso viele Personen konnten wir am Sonntagabend zwar über einen Forstweg ins Tal begleiten, ihre Fahrzeuge stehen aber ebenso noch auf dem Ausflugsparkplatz“, erklärt Schladmings Bürgermeister Hermann Trinker. Nachsatz: „Alle machen das Beste daraus.“ Die vorsorgliche Evakuierungswarnung bleibt vorerst bis zumindest Donnerstag aufrecht.

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