Wohnhaus zerstört

Zwei Tote bei gewaltigem Felssturz in Bayern

Ausland
26.01.2010 11:28
Ein gewaltiger Felssturz auf ein Einfamilienhaus hat in Stein im oberbayerischen Landkreis Traunstein einen Vater (45) und seine 18-jährige Tochter getötet. Die 40 Jahre alte Ehefrau und Mutter sowie ihr 16-jähriger Sohn wurden am frühen Dienstagmorgen verletzt aus den Trümmern des völlig zerstörten Gebäudes gerettet.

Die Ursache des Felssturzes war auch am Morgen nach dem verheerenden Unglück völlig unklar. Das zweieinhalbgeschossige Haus war ein "altes Gebäude. Hier ist seit vielen Jahren nichts abgegraben worden", antwortete Polizeisprecher Franz Sommerauer auf die Frage nach möglichen Eingriffen in den etwa 15 Meter hohen Hang, aus dem der Brocken abgebrochen ist. Der Fels, der auf dem Haus landete, ist etwa acht Mal zehn Meter groß.

Groß angelegte Hilfsaktion
Ein Autofahrer war Zeuge des Unglücks geworden und informierte die Polizei. Sofort lief eine groß angelegte Rettungsaktion an, um den Verschütteten zu helfen. Etwa 220 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz mühten sich bei Minusgraden und im Licht von Scheinwerfern, um an die Vermissten heranzukommen. Weitere Nachbarhäuser waren vorsorglich evakuiert worden.

Kontakt per Klopfzeichen
Die Rettungsversuche gestalteten sich extrem schwierig, da der Hang über dem Haus weiter abzurutschen drohte. Schweres Gerät konnte nicht eingesetzt werden. Schließlich gelang es unter Einsatz von Rettungshunden, die Verschütteten zu orten. Per Klopfzeichen hielten die Helfer Kontakt mit den Überlebenden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war an den Unglücksort geeilt und verfolgte die Rettungsmaßnahmen.

Für zwei Familienmitglieder kam jedoch jede Hilfe zu spät. Als Erstes wurde gegen 23.15 die Leiche des 45 Jahre alten Familienvaters geborgen. Knapp drei Stunden später zogen die Retter den leblosen Körper seiner 18-jährigen Tochter aus den Trümmern. Ihr Bruder kam mit dem Leben davon. Auch die Mutter überlebte. Sie hatte lange eingeklemmt unter Trümmern gelegen und wurde gegen 2.15 Uhr, etwa sechs Stunden nach dem Unglück, als Letzte befreit. Ihr Zustand sowie der ihres Sohnes war am Morgen nach dem Unglück stabil, wie Polizeisprecher Sommerauer weiter sagte. Sie seien beide schwer verletzt, hätten aber eine positive Prognose.

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