Runder Geburtstag

Bischof Paul Iby wird 75 – und will in seinem Amt bleiben

Burgenland
21.01.2010 09:28
Im 50. Jahr des Bestehens der Diözese Eisenstadt ist auch ihr Oberhirte, Diözesanbischof Paul Iby, selbst ein Jubilar. Er begeht am kommenden Samstag (23. Jänner) seinen 75. Geburtstag, weswegen er sein Rücktrittsgesuch aus Altersgründen im Vatikan einreichen muss. Gut 17 Jahre zuvor, am 24. Jänner 1993, war Iby zum Bischof geweiht worden - seitdem hat er das höchste kirchliche Amt in der Diözese inne. Als Nachfolger wünscht sich Iby einen "Volksbischof".

Die Zeit als Bischof sei bisher "wie in einem Schnellzugtempo vergangen". Rückblickend freue er sich, dass es gelungen sei, den "Dialog für Burgenland" durchzuführen und dass Dialog "irgendwie zum Markenzeichen unserer Diözese geworden ist". Er empfehle auch seinem Nachfolger, den Dialog weiterzuführen – mit Parteien, Interessensvertretungen und natürlich in der Kirche selbst mit den Pfarren, Priestern und Laien sowie mit den Bewegungen.

Ibys Wunsch - Jubiläumsjahr noch vollenden
Mit der Vollendung des 75. Lebensjahres eines Bischofs verknüpft das Kirchenrecht die Frage der Amtsnachfolge. Bischöfe müssen zu diesem Zeitpunkt dem Papst ihren Rücktritt anbieten. "Dieses Rücktrittsgesuch habe ich bereits nach Rom abgegeben und warte auf die Entscheidung des Papstes", so Iby. Sein Wunsch wäre es, das Jubiläum der Diözese bis zum Abschluss des Jubiläumsjahres am 11. November 2010 mitzumachen. "Was Rom sagt, liegt in deren Vollmacht", fügt der Bischof hinzu.

Nachfolger sollte "Volksbischof" sein
Für die Diözese wäre es gut, wenn ein Nachfolger die Beziehung zum Volk pflegen würde, meinte Iby: "Man könnte auch sagen, ein Volksbischof. Er soll nicht abgehoben sein, sondern er soll bereit sein, auf die Leute zuzugehen, mit ihnen zu reden, ihre Probleme aufzugreifen und mit ihnen zusammenzuarbeiten." Wichtig sei in der Diözese Eisenstadt auch die Zuwendung zu den einzelnen sprachlichen Gruppen – Deutsch, Kroatisch, Ungarisch und Romanes.

Ein weiteres Charakteristikum sei die Ökumene in Gestalt des Kontakts mit den Evangelischen Gemeinschaften des Augsburger und des Helvetischen Bekenntnisses. "Ich habe einen guten Kontakt gehabt mit den Superintendenten bis jetzt, da ist einiges gewachsen und das sollte weitergehen", so Iby. Gut wäre es auch, wenn der Nachfolger sich mit der Geschichte des Landes auseinandersetzt.

Pfarrleben "habe ich nie gehabt"
Was seine eigene Lebens-"Geschichte" anbelangt, bedauert es Iby, dass er nie eine Pfarre leiten durfte: "Ich war zwei Jahre lang Kaplan, dann kam ich bereits herein in die kirchliche Verwaltung und bin aus dieser nicht mehr herausgekommen. Dieses Eigenleben als Pfarrer, wo man eine Gemeinde leitet, wo man mit einer Gemeinde lebt und die Höhen, die Feiern und auch die Tiefen eines Pfarrlebens mitmacht, das habe ich eigentlich nie gehabt."

"Die schönsten meines Lebens" in Rom 
Rückblickend seien für ihn das Zuhause und die Familie prägend gewesen und in der Gymnasialzeit dann die "eigentlich strenge Ausbildung" im Mattersburger Knabenseminar. Dass ihm später die Möglichkeit zum Studium des Kirchenrechts in Rom gegeben wurde, war für ihn etwas Besonderes: "Diese drei Jahre in Rom zähle ich zu den schönsten Jahren meines Lebens, die auch mir viel gegeben haben – nicht nur vom Studium her, sondern eben vom Leben im Zentrum der Kirche."

Einige Reibungspunkte während Ibys Amtszeit 
In seiner bisherigen Amtszeit habe es auch Reibungspunkte gegeben, so Iby. Im kirchlichen Bereich sei dies bei Äußerungen zu "heißen Eisen" der Fall gewesen, am Anfang auch wegen des "Dialogs für Burgenland". Konflikte im gesellschaftlichen Leben gab es etwa im Hinblick auf die Pädagogische Hochschule, die Entstehung einer katholischen Privatschule in Eberau sowie auch um die dort geplante Erstaufnahmestelle.

"Die Art und Weise, wie man dieses Projekt verwirklichen wollte, war sehr ungeschickt. So kann man das nicht machen", so Iby. Auf der anderen Seite dürfe man sich vom Glauben und vom Gebot der Nächstenliebe her nicht verschließen, Fremde, die aus ihrer Heimat flüchten, aufzunehmen: "Da haben wir irgendwie vom Religiösen her eine Pflicht, ihnen zu helfen." Ein Projekt in der Größenordnung, wie es für Eberau geplant wurde, zu verwirklichen, sei jedoch "einfach unverantwortlich".

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