30.10.2018 13:27 |

„Unmenschlich“

Eingepferchte Migranten aus Schlepper-Lkw befreit

Schockierende Entdeckung am Sonntag in einem Klein-Lkw in Bayern: Knapp hinter der österreichischen Grenze zogen Polizisten in Mittendorf das Fahrzeug mit italienischem Kennzeichen zu einer Kontrolle aus dem Verkehr und fanden im Laderaum 16 Personen, die „unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht auf dem Boden kauerten“. Unter den Flüchtlingen befanden sich auch Minderjährige und eine Frau. Der Fall erinnert dramatisch an jene unfassbare Tragödie im burgenländischen Parndorf, wo 2015 Dutzende erstickte Migranten in einem ähnlichen Fahrzeug entdeckt worden waren.

Wie die deutsche Polizei berichtet, hatten die Flüchtlinge - zwölf Männer, eine Frau und drei Minderjährige - bereits eine mehrtägige Horrorfahrt durch Italien und Österreich hinter sich, als sie am Sonntag in den frühen Morgenstunden in Bayern aus ihrem Versteck befreit wurden. Ihre Herkunftsländer sind der Iran, der Irak, Pakistan und die Türkei. Auf ihrem langen Weg sind sie „nur gelegentlich mit Wasser und Brot versorgt worden“, wie es in dem Polizeibericht weiter heißt.

„Ungesichertes Menschenknäuel auf dem Boden“
Bereits beim ersten Blick auf die Ladefläche entdeckten die Beamten „ein regelrechtes Menschenknäuel, das ungesichert auf dem Boden kauerte“. Jeder der Flüchtlinge musste für die Fahrt mehrere Tausend Euro bezahlen. Die beiden Schlepper wurden ihres Lohnes aber nicht froh, denn für sie klickten noch im Zuge der Kontrolle die Handschellen. Bei den Männern, die sich inzwischen in Untersuchungshaft befinden, handelt es sich um einen Pakistaner (24) sowie um einen Türken (52).

Von den aufgegriffenen Flüchtlingen wurde ein Afghane (21), der angab, nicht in Deutschland bleiben zu wollen, zurück nach Österreich geschickt. Die Minderjährigen kamen in Deutschland in die Obhut des Jugendamtes, die übrigen wurden in eine Aufnahmestelle für Migranten gebracht.

Entsetzen in Österreich im Sommer 2015
In Österreich hatte vor drei Jahren das Schlepper-Drama auf der Ostautobahn für Entsetzen gesorgt. Dort wurden im Sommer 2015 zwischen Neusiedl und Parndorf in einem auf einem Parkplatz abgestellten Kühl-Lkw Dutzende tote Migranten gefunden. Sie alle waren auf der Fahrt nach Österreich erstickt.

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