"Gleiches gilt für eine andere Art der Zubereitung, bei der die Muscheln bei 250 Grad für fünf Minuten im Backofen gegrillt wurden", sagte Christian Schönfeld, Leiter der Reisemedizinischen Ambulanz an dem Institut. Dieser überraschende Befund könne auch ungeklärte Gelbsuchtfälle der Vergangenheit erklären.
Bislang galten vor allem rohe Meeresfrüchte als Infektionsrisiko. Nach der neuen Studie müssten auch die meisten klassischen Muschelgerichte mit Vorsicht genossen werden. "Wer in den Sommerferien nach Süd- oder Osteuropa reist und gerne Meeresfrüchte oder Muscheln verzehrt, sollte sich unbedingt durch eine rechtzeitige Impfung zu Reisebeginn vor einer Infektion durch Hepatitis schützen", sagte Schönfeld. Weitere Studien zeigten, dass mindestens 20 Prozent aller Meerestiere aus dem Mittelmeer mit Hepatitis-A-Viren verseucht seien. Belastet seien vor allem Venus-, aber auch Miesmuscheln.
In der Studie waren nach Angaben des Tropeninstituts traditionelle Muschelgerichte des Mittelmeerraums untersucht worden. Darunter waren gratinierte Muscheln aus dem Backofen, "Spaghetti Vongole", bei denen verschiedene Muschelsorten in der Pastasoße mitgekocht werden, und Miesmuscheln in Weißwein- oder Tomatensoße. "Nur bei der Zubereitungsform, bei der die Muscheln direkt und für längere Zeit im Sud mitkochen, waren im Muschelfleisch keine Virusbestandteile mehr feststellbar", so Schönfeld.
Typisch für eine Infektion mit Hepatitis A sind den Angaben zufolge neben einer Gelbfärbung von Haut und der Augen auch Fieber, Übelkeit, allgemeine Abgeschlagenheit und Oberbauchbeschwerden. Die Krankheit verlaufe häufig mild. Menschen mit vorgeschädigter Leber jedoch können auch schwer erkranken.









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