Gewalt an Feiertagen

Fast schon Alltag: Schläge zum Fest des Friedens

Oberösterreich
25.12.2009 12:22
Oberösterreichs neue Landesrätin Doris Hummer, zuständig unter anderem für Frauenfragen, warnt: "Gewalt gegen Frauen kennt keine Feiertage." Weil in das "Fest des Friedens" große Harmonie-Erwartungen gesetzt und manchmal enttäuscht werden, steigen an den Weihnachtstagen die Tätlichkeiten in den Familien an.

"Viele halten dem Erwartungsdruck nicht stand, es kommt zu Spannungen und gewalttätigen Übergriffen", erfuhr Hummer von den Gewaltschutzzentren in Linz, Ried, Freistadt, Rohrbach, Perg, Gmunden, Bad Ischl und Kirchdorf. Die fünf Frauenhäuser in Linz, Wels, Steyr, Ried und Vöcklabruck bieten in solchen Fällen ebenfalls Schutz. 

Zentral erreichbar sind alle über die gebührenfreie Helpline Tel. 0800/222 555 – und natürlich ist unter der Telefon-Notrufnummer 133 im Ernstfall auch die Polizei einsatzbereit. 

Hilfe holen
Gewaltopfer sollten nicht davor zurückschrecken, die "Freunde und Helfer" in Anspruch zu nehmen, appelliert Hummer: "Gewalt ist kein Kavaliersdelikt. Frauen und Kinder dürfen sie nicht hinnehmen, sondern müssen sich zur Wehr setzen – zur Polizei gehen, Anzeige erstatten!"

Auch Verwandte, Bekannte und Nachbarn dürften nicht "wegschauen", mahnt die Frauen-Landesrätin: "Gewalt in der Familie geht alle an. Sie ist kein frauenpolitisches Thema, sondern muss ein gesellschaftliches Anliegen sein."

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