30.08.2018 12:45 |

„Dreiste Angriffe“

Wiener Theologe nimmt Papst in Schutz

Schwere Vorwürfe und eine Rücktrittsaufforderung - Papst Franziskus steht derzeit unter enormem Druck. Dies hat den Wiener Theologen Paul M. Zulehner auf den Plan gerufen. Der Initiator der Solidaritätsaktion „Pro Pope Francis“, die im Vorjahr ins Leben gerufen wurde und bereits von 75.000 Menschen weltweit unterstützt wird, kritisiert, dass die Bischöfe in Österreich und ganz Europa den „immer dreisteren Angriffen“ nicht entschieden genug entgegentreten würden. Lediglich ein einziger Bischof weltweit habe sich „in dieser prekären Lage vor den Papst gestellt“, so Zulehner.

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Zulehner zeigte sich darüber in einem Blogeintrag „bestürzt“ und forderte die Europäischen Bischofskonferenzen auf, ihr bisheriges „skandalöses Schweigen“ aufzugeben. Der Pastoraltheologe, Werteforscher und Buchautor wies darauf hin, dass die Gegner des weltoffenen Papstes aus Argentinien weltweit vernetzt seien. Nach den jüngsten Vorwürfen des früheren Vatikan-Botschafters in Washington, Carlo Maria Vigano, in Bezug auf Missbrauchsvertuschung und homosexuelle Netzwerke im Vatikan dominierten diese die Berichterstattung in den Medien und würden „in anmaßender Weise“ als Begründung für den Rücktritt Franziskus‘ verwendet.

Bischof Giovanni D‘Ercole von der italienischen Diözese Ascoli Piceno schrieb dazu in einem Hirtenbrief, dass dabei in einer konzertierten medialen und politischen Operation die Aufmerksamkeit für die Irland-Reise des Papstes ausgenützt worden sei. Er dagegen stehe zum Papst als Nachfolger des Apostels Petrus und unterstütze seinen Kampf gegen Missbrauch, betonte der Bischof von Ascoli Piceno.

Gemeinsamer Gebetstag für Papst „wäre angemessen“
Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und auch einzelne Bischofskonferenzen wären laut Zulehner gut beraten, ihre Loyalität ebenso klar und deutlich zu bekunden. Ein Gebetstag für den Papst - wie von D‘Ercole für seine Diözese am 2. September vorgesehen - „wäre in dieser heiklen Stunde der Kirche auch bei uns in Österreich mehr als angemessen“.

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