30.08.2018 10:25 |

Nach Mord in Chemnitz

Syrer (20) mit Kette krankenhausreif geprügelt

Nach der rechten Gewalt im deutschen Chemnitz, im Rahmen derer nach dem Tod eines 35-jährigen Deutschen buchstäblich Jagd auf Migranten gemacht wurde und die bereits mehrere Verletzte forderte, ist es nun auch in Wisma zu einem gewalttätigen Angriff auf einen Flüchtling gekommen. Der 20-Jährige aus Syrien wurde mit einer Eisenstange krankenhausreif geprügelt.

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Der 20-Jährige befand sich am späten Mittwochabend allein auf dem Heimweg in der Hansestadt an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, als er „durch drei Deutsch sprechende Tatverdächtige angehalten und ausländerfeindlich“ beschimpft wurde, heißt es von der Polizei in Wismar.

Ins Gesicht geschlagen, mit Kette malträtiert, getreten
Zwei der Verdächtigen schlugen dem jungen Mann laut Polizei dann ins Gesicht, der Dritte schlug ihm mit einer Eisenkette gegen Schulter und Rippen. Aber auch als der 20-Jährige zu Boden ging, ließen die drei Männer nicht von ihm ab, sondern traten noch auf den Burschen ein. Anschließend flüchteten die Tatverdächtigen, das Opfer wurde schwer verletzt ins Spital gebracht.

Der 20-Jährige erlitt den Angaben zufolge eine Nasenbeinfraktur, Hämatome im Gesicht und am Oberkörper. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen.

Tödliche Messerattacke lässt seit Tagen die Wogen hochgehen
Seit der tödlichen Messerattacke auf einen 35-jährigen Deutsch-Kubaner, der einen siebenjährigen Sohn hinterlässt, gehen vor allem im sächsischen Chemnitz die Wogen hoch. Daniel H. war am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Streits, dessen Hintergründe noch nicht endgültig geklärt sind und der nach dem Stadtfest ausgebrochen war, ums Leben gekommen, zwei Verdächtige - ein Syrer und ein Iraker - sind in Haft.

Rechte Gruppierungen rufen seitdem immer wieder zu Versammlungen auf, seit dem Wochenende ziehen ausländerfeindliche Parolen skandierende Menschen zu Tausenden durch die Straßen. Bei einer wahren Jagd auf Migranten gab es Verletzte. Den Rechtsextremen gegenüber stehen antifaschistische Gruppierungen.

Video: Verletzte nach Ausschreitungen in Chemnitz

Die Stimmung dürfte weiterhin sehr aufgeheizt bleiben, denn nach dem veröffentlichten Haftbefehl im Mordfall Daniel H. ist nun auch die lange Liste der Vorstrafen eines der beiden Tatverdächtigen durchgesickert. Zudem hätte der 22-jährige Iraker Yousif A. eigentlich längst abgeschoben werden müssen. Er und sein Freund Alaa S. sitzen derzeit wegen des Verdachts des „gemeinschaftlichen Totschlags“ in Untersuchungshaft.

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