"Manze" tobte

Villachs Stadtchef geht mit Landes-Politik ins Gericht

Kärnten
11.12.2009 16:16
Villachs Bürgermeister Helmut Manzenreiter (Bild) hat am Freitag seine zuletzt an den Tag gelegte Zurückhaltung in Sachen Landespolitik abgelegt. In seiner Budgetrede im draustädtischen Rathaus feuerte er eine verbale Breitseite auf die Regierenden in Klagenfurt und Landeshauptmann Dörfler ab.

Dabei möchte man meinen, das Budget der Draustadt sei eigentlich kein Grund für übertriebenes Selbstvertrauen. Im Gegensatz zu anderen Städten schafft Villach 2010 keinen ausgeglichenen Haushalt, sondern muss einen voraussichtlichen Abgang von elf Millionen verbuchen. Dessen ungeachtet stimmten nach stundenlangen Debatten alle fünf Fraktionen zu – einstimmig!

"Manze" tobte
Zuvor war Manzenreiter allerdings mehr als scharf mit der Landespolitik ins Gericht gegangen. "Die Amigo-Partie um den verstorbenen Landeshauptmann verurteilt mit ihrer Hypo-Affäre die Städte und Gemeinden zum Mitzahlen", tobte "Manze" und legte noch nach: "Sämtliche Wirtschaftsberichte der letzten Tage rund um die Hypo gleichen eher Kriminalromanen.“"

Das Villacher Defizit sei das Ergebnis eines monströsen LKH-Neubaues, einer versenkten Seebühne, eines überdimensionierten Stadions und ständiger Freunderlwirtschaft, erregte sich der Stadtchef. Und: "Landeshauptman Dörfler agiert lachhaft, wenn er die Schulden Kärntens mit der Ansiedlung Infineons in Villach begründet."

Nicht unwitzig war auch das Verhalten der FP-nahen Liste Warmuth in der gestrigen Sitzung. Sie lehnte den von ihr selbst eingebrachten Antrag auf Reduzierung der Politikergehälter ab.

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"

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