Seit 1981 ist der Reaktor von Krko eine ständige Bedrohung für Kärnten. Immer wieder kommt es zu Störungen und Notabschaltungen – bei einem Unfall liegt Kärnten gefährlich nahe: Eine radioaktive Wolke würde auch unser Bundesland verseuchen.
Jetzt beschert uns Italiens Skandal-Politboss Berlusconi unter Umständen noch weitere brandgefährliche Meiler: Er will gleich vier (!) Atomkraftwerke errichten.
Zwei Standorte unweit von Kärnten
Zwei potenzielle Standorte liegen unweit der österreichischen Grenze – Chioggia, ein idyllisches Fischerdorf am Ende der venezianischen Lagune, und Monfalcone, der Hafen vor Triest, nur 147 Straßenkilometer von Arnoldstein entfernt. Weitere Reaktoren könnten bei Turin und Mailand entstehen; es gibt auch Spekulationen über Baugründe und Endlagerplätze auf Sardinien und Sizilien. Ob diese Liste, die Grüne von einem Stromriesen zugespielt bekommen haben sollen, stimmt, ist ungewiss.
"Die gesamte Region ist aufgrund der Erdbebenlinie besonders gefährdet. Zusätzliche Atomkraftwerke würden eine viel zu große Gefahr für die gesamte Region in sich bergen", gab Dörfler in einer Aussendung zu bedenken und forderte die Bundesregierung auf, gegen die Atompläne Italiens aufzutreten.
Kärntner Politik über Baupläne nicht informiert
"Es gibt klare Regeln, an die sich auch Italien halten muss", meinte ÖVP-Nationalrat Gabriel Obernosterer. Es bestehe ein europaweites Übereinkommen, dass die Pläne für einen neuen Atomreaktor in Grenznähe dem Nachbarstaat vorgelegt werden müssen. "Bis dato ist vonseiten Italiens noch keine Information geflossen, obwohl das Land verpflichtet ist, die Pläne vorzulegen", erklärte der ÖVP-Politiker.
Grünen-Sprecher Rolf Holub hingegen forderte, dass die Thematik bei der Regierungssitzung am kommenden Dienstag behandelt wird. Er kritisierte, dass der Ausbau des AKW Krsko in Slowenien seit Jahren im Raum stehe und nun in Italien zwei neue Atomkraftwerke geplant seien. "Wie ist es möglich, dass die gesamte Kärntner Landesregierung angesichts dieser akuten Atombedrohung weiter untätig ist?", so Holub.
Offiziell sollen im Februar Standorte präsentiert werden. Gianfranco Galan, der Präsident der betroffenen Region Veneto, kündigt jedenfalls Widerstand an.
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