Feuer im Asylheim

Kärntner Polizei soll Brandanschlag vertuscht haben

Kärnten
10.12.2009 14:40
Im Fall des Brandes in einem Klagenfurter Asylwerberheim im Juni 2008 (Bild oben) wird das Innenministerium "die kriminalpolizeiliche Arbeit im Zusammenhang mit dem Brand evaluieren". Der Kärntner Polizei wird von mehreren Seiten vorgeworfen, einen Brandanschlag vertuscht zu haben.

"Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Herbert Anderl, wird die entsprechenden Organisationseinheiten unter Federführung des BMI zusammenrufen", sagte Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, am Donnerstag.

Dies sei aber keine Kontrolle der Kärntner Polizei. Es gehe rein um "die im Raum stehenden Vorwürfe und das wird angeschaut. Wenn schlecht gearbeitet wurde, wird es entsprechende Folgen haben, wenn gut gearbeitet wurde, können wir die Vorwürfe ausräumen", betonte Gollia. So würden beispielsweise Einvernahmen oder Spurensicherung evaluiert. Im Bezug auf die damalige Amtshandlung der Polizei in Kärnten habe die Staatsanwaltschaft Klagenfurt die Verantwortung.

Der Leiter des Landeskriminalamts Kärnten, Hermann Klammer, sieht dieser Überprüfung gelassen entgegen: "Die damals ermittelnden Beamten haben meines Erachtens nach bestem Wissen und Gewissen die Ursachen ermittelt." Anders sieht das der Klagenfurter Opferanwalt Farhad Paya. Die Exekutive sei "entweder unprofessionell" oder "voreingenommen", meint der Jurist.

Ein Toter bei Brand in Asylantenheim
Das Feuer in dem Heim war am 12. Juni 2008 in den Morgenstunden ausgebrochen. Viele der 37 dort wohnenden Asylwerber aus Afrika sprangen in Panik aus den Fenstern - ein Mann kam dabei ums Leben, drei wurden schwer verletzt, 16 weitere mussten mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. 

Zunächst hatte es geheißen, Brandstiftung sei auszuschließen, im November 2008 brachte ein gerichtliche Gutachten anderes zutage. Aufgrund dieses Gutachtens bestehe der dringende Verdacht auf Brandstiftung, deshalb werde in diese Richtung ermittelt, hieß es bereits damals vonseiten der Klagenfurter Anklagebehörde.

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