Ende der Almromantik?

Funksender statt Kuhglocke soll Ortung erleichtern

Elektronik
18.07.2018 06:00

Die gute alte Kuhglocke und typisches Alm-Gebimmel könnten bald ausgedient haben. Denn 150 „Rosas“ und „Zenzis“ tragen jetzt um den Hals nur noch ein GPS-Gerät. Es soll Haltern zur besseren Ortung ihres Viehs dienen. Erste Versuche auf Tiroler Weiden verlaufen erfolgreich, wenn auch nicht romantisch.

Einen Tag oder mehr sind heimische Hirten oft unterwegs, um verirrtes Vieh zwischen Felsen und Edelweiß ausfindig zu machen. Und das ist selbst für einen konditionell starken Halter eine Mammutaufgabe, da er dort oben oft 80 und mehr Tiere hüten muss. Jetzt aber könnte es bequemer von der Hütte aus gehen.

Die technische Revolution geht von Norwegen aus, wo eine Spezialfirma bereits drei verschiedene GPS-Modelle speziell für Kühe maßgeschneidert hat. Doch auch der deutsche Älpler und IT-Fachmann Mathias Engel von der Bichelalm experimentiert mit Elektronik-Glocken. Und zwar so erfolgreich, dass jetzt in Bayern, Tirol und Vorarlberg 150 Pinzgauer, Schwarzbunte und Fleckvieh lautlos grasen.

Symbolfoto (Bild: Christof Birbaumer)
Symbolfoto

Ganz ersetzen soll das Funken das typische Bimmeln aber nicht! Denn Landwirt Engel ist überzeugt, dass sich die Tiere gegenseitig am Klang der Glocken erkennen: „Bei Nebel oder gar Gewittern müssen die Kühe hören, wo ihre Artgenossen stehen.“

Damit die elektronische „Halsfessel“ einen Almsommer lang hält, hat sie ihr Erfinder mit energiesparender Technik und sogar Solarzellen ausgestattet. Mark Perry

Mark Perry, Kronen Zeitung

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