So, 18. November 2018

Gefährliche UV-Filter

26.06.2018 15:39

Schäden im Meer: Hawaii verbietet Sonnencremes

Rund 14.000 Tonnen Sonnencreme landen Schätzungen zufolge jedes Jahr im Meer. Forscher warnen seit Jahren vor negativen Auswirkungen der beigemischten UV-Filter auf Korallen und andere Tiere. Aus diesem Grund hat Hawaii nun als erster Bundesstaat in den USA den Verkauf bestimmter Cremes per Gesetz verboten. „Das ist ein historisches Gesetz für unsere Meere“, sagt der demokratische Bundesstaats-Senator Mike Gabbard. „Ich hoffe, dass wir in 20 Jahren zurückschauen können und sehen, dass dies der Moment war, an dem wir der Verschmutzung den Kampf angesagt haben, und dass das Gesetz auf der ganzen Welt kopiert wurde.“ Ähnliche Verbote gibt es bereits in einigen Teilen Mexikos und an einigen UNESCO-Weltnaturerbestätten.

Das Problem sehen Experten derzeit vor allem in zwei Inhaltsstoffen: Octinoxat und Oxybenzon, beide in Hawaii nun verboten. Sie werden in Sonnencremes als UV-Filter benutzt und sollen die Haut vor der Ultraviolettstrahlung der Sonne schützen. „Diese Chemikalien sind inzwischen überall in der Natur zu finden, von der Arktis bis hin zu abgelegenen Korallenriffen im Südpazifik“, sagt Craig Downs vom Haereticus-Labor in Virginia. Eine mögliche Folge seien Schäden am Erbgut von Fischen und Korallen.

Düstere Prognose: „Es gibt bald keine lebenden Korallenriffe mehr“
Wo besonders viele Touristen sind - wie auf Hawaii mit seinen rund neun Millionen Besuchern jährlich -, ist der Schaden im Meer besonders deutlich. „Meine Prognose ist, dass es bald keine lebenden Korallenriffe in Hawaii mehr geben wird, die Touristen besichtigen können“, sagt Downs. Natürlich sind die Chemikalien in Sonnencremes nicht die einzige Gefahr für Meere und Korallenriffe, aber Experten hoffen, dass sich dieses Problem vergleichsweise einfach in den Griff bekommen lässt.

Und tatsächlich werden auf Hawaii seit dem Beschluss des Gesetzes im Mai mittlerweile mehrere Sonnencremes verkauft, die komplett aus natürlichen Zutaten wie Kokosöl, Makadamianuss-Öl und Sheabutter bestehen. Auf einem Bauernmarkt in Honolulu verkauft Michael Koenigs selbst hergestellte Sonnencreme. „Wir müssen uns und unsere Familien vor der Sonne schützen - aber wir müssen auch unsere Meere und Korallenriffe schützen“, sagt der dreifache Familienvater.

Fluglinie verteilt „Riff-sichere“ Sonnencreme
„Wir müssen die Menschen aufklären“, sagt Koenigs, der mit seiner Frau und den Kindern wie die meisten Menschen in Hawaii viel Zeit am Strand verbringt. Mit dem Thema werden Hawaii-Besucher schon bei der Anreise im Flugzeug konfrontiert: Jeder Passagier bekommt bei Hawaiian Airlines ein Säckchen „Riff-sichere“ Sonnencreme.

 krone.at
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