Mo, 16. Juli 2018

Problem-Jugendliche:

01.06.2018 05:01

Kuschelkurs in Heim gegen Schulschwänzer empört!

Das Thema polarisiert: Dass im Welser Privatheim „mopäd“ Problem-Jugendliche straffrei Schuleschwänzen dürfen, während ansonsten Eltern in solchen Fällen Strafbescheide bekommen, halten die einen für einen Skandal, andere sehen darin kein Problem. Jedenfalls werden die Vorkommnisse den Landtag beschäftigen.

Die bei einer Drogenrazzia überführten Schulschwänzer gelten als „besonders schwierige Fälle“. „Sie haben tragische Vorgeschichten“, erklärte dazu die Heimleitung. Es fehlt an Konsequenzen, kritisierte - wie berichtet - hingegen sogar ein Ex-Bewohner (17).

Anfrage im Landtag
Um die Vorfälle aufzuklären, will FP-Landtagsklubchef Herwig Mahr jetzt den „Fall mopäd“ im Landtag zur Sprache bringen und stellte dazu auch eine schriftliche Anfrage an Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer. Diese ortet in der privaten Einrichtung offenbar kein Problem: „Es wird dort eine ganz schwierige Gruppe von Kindern und Jugendlichen betreut, Druck ist da nicht der richtige Ansatz. Wir können Schulverweigerer nicht zum Schulegehen zwingen. Mit der politischen Anfrage wird versucht, aus der Sache einen Skandal zu machen.“

FPÖ fordert Konsequenzen
Anders sieht das der Welser FP-Bürgermeister Andreas Rabl: „Die Kuschelpädagogik ist der falsche Ansatz. Bei Verstößen muss es Konsequenzen geben. Beschwerden gibt es seit Jahren und wir haben sie auch mitgeteilt. Die Kontrollen müssen unangekündigt erfolgen. Die Stadt zahlt zwar für jeden Jugendlichen rund 6000 Euro im Monat, hat aber keinerlei Befugnisse. Das Land bestimmt, wer ins Heim kommt. Über die Befugnisse müssen wir mit dem Land noch reden.“

Härte nur gegen Eltern
Zu Gerstorfers Meinung, man könne Schulverweigerer nicht zwingen zur Schule zu gehen: In Oberösterreich bekommen laut letzter parlamentarischer Anfrage pro Jahr etwa 400 Eltern Strafbescheide, weil ihre Kinder den Unterricht schwänzen!

Johann Haginger
Johann Haginger
Mario Zeko
Mario Zeko

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