30.05.2018 09:29 |

Unfall in Söll

Stromunfall gibt den Ermittlern viele Rätsel auf

Wie konnte das nur passieren? Das ist nach dem Stromunfall eines 10-Jährigen in Söll die Frage. Der Bub ist laut Auskunft der Klinik mittlerweile außer Lebensgefahr. Ermittlungen laufen, mehrere Ursachen sind denkbar. 

Der Innsbrucker Gerichtsmediziner Walter Rabl hat immer wieder mit Stromunfällen zu tun. Doch so etwas ist ihm noch nicht untergekommen.

Laut Polizei war der 10-Jährige Montag Nachmittag in Söll mit dem Kopf oder seinem Radhelm an einem elektrischen Weidezaun hängen geblieben und in den Stromkreis geraten. Seine Freunde holten Hilfe. Passanten befreiten den Schüler, der wegen eines Kreislaufstillstandes wiederbelebt werden musste. Die Polizei hat das Weidezaungerät sichergestellt. „Wir ermitteln in alle Richtungen und hoffen, dass der Bub wieder gesund wird. Der Vorfall hat uns alle sehr mitgenommen“, sagt Hans Egger von der Polizei Söll.

Mehrere Ursachen für Unfall denkbar
Gerichtsmediziner Walter Rabl betont, dass er zu dem konkreten Fall derzeit keine genaue Einschätzung abgeben könne, doch grundsätzlich seien zwei Ursachen denkbar: „Das Gerät ist defekt oder die betroffene Person hatte eine Vorerkrankung, durch die die Auswirkungen dramatischer als im Normalfall sind.“ Letzteres scheint aber unwahrscheinlich zu sein. Rabl: „Die Stromstärke ist bei diesen Geräten so gering, dass auch Menschen mit Herzrhythmusstörungen nichts passieren kann.“ Das bekräftigt auch Adolf Marksteiner von der Landwirtschaftskammer: „Wir sprechen hier von wenigen Milliampere. Jedes Gerät wird streng geprüft.“

War Strom vielleicht gar nicht schuld?
Laut Ermittlern kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Strom gar nicht Ursache des Kreislaufstillstandes war. Rabl: „Die Frage ist, ob der Zaun eine Rolle spielte, die auf den ersten Blick nicht erkennbar war.“

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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