Eigenbau der Ukraine

„Flamingos“ schießen Russen-Waffenfabrik in Brand

Ausland
27.06.2026 12:36
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Serie von ukrainischen Treffern weit im russischen Hinterland hat sich auch in der Nacht auf Samstag fortgesetzt. Die jüngste Attacke hatte ein Rüstungswerk in Wolgograd – fast 400 Kilometer hinter der Front – zum Ziel. Zum Einsatz kamen Eigenbau-Langstreckenraketen aus ukrainischer Eigenproduktion. Drei „Flamingos“ schlugen in der Waffenfabrik Titan-Barrikady ein.

Der nächtliche Angriff habe ein großes Feuer ausgelöst, teilte derukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstagvormittag mit. In dem Werk werden Artilleriesysteme und Bauteile für Raketenwerfer hergestellt.

Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, bestätigte Schäden an den „Produktionsanlagen eines Unternehmens“, machte aber keine genaueren Angaben dazu, was dort produziert wird.

Seinen Angaben nach wurden mindestens zehn Menschen verletzt. Er schrieb von angreifenden „Flugobjekten mit Hochgeschwindigkeit“ – damit dürften Marschflugkörper gemeint sein. Mehrere lokale Brände seien gelöscht worden, schrieb Botscharow weiter. Wohngebäude waren demnach nicht betroffen.

„Flamingos“ sind Eigenbau-Raketen der Ukraine und haben eine Reichweite von 3000 Kilometern.
„Flamingos“ sind Eigenbau-Raketen der Ukraine und haben eine Reichweite von 3000 Kilometern.(Bild: AFP/ZN.UA/Handout)

„Flamingos“ mit 3000 Kilometer Reichweite
Der Marschflugkörper war im vergangenen Sommer erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Medienberichten zufolge sollen die Flamingo-Raketen eine Reichweite von 3000 Kilometern haben. Bisherige Einsätze zeigten sich aber nicht immer als treffsicher.

Selenskyj dankte der ukrainischen Armee nach dem Schlag gegen die Rüstungsfabrik in Wolgograd für die „Präzision“ und bezeichnete die Raketenschläge aufs russische Hinterland als „Sanktionen mit großer Reichweite“. Der Umkreis dieser „Sanktionen“ vergrößere sich ständig, so Selenskyj.

Zuvor hatten russische Drohnenangriffe in den ukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Sumy drei Todesopfer gefordert. In der Stadt Nikopol wurden beim Angriff auf einen Kleinbus zwei Menschen getötet und zwölf verletzt, teilt der zuständige Gouverneur mit. In der Grenzregion Sumy starb ein Mann durch einen weiteren Drohnenangriff. Zudem wurden in der südöstlichen Region Saporischschja zwei Menschen bei russischen Angriffen verletzt.

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