Kap Verde feiert eine der größten Sensationen der WM-Geschichte. Der Inselstaat qualifizierte sich als Gruppenzweiter hinter Spanien für das 1/16-Finale, trifft jetzt auf Argentinien mit Superstar Lionel Messi. In der Mannschaft steckt auch ein Stück Österreich. Verteidiger und Stammspieler Diney Borges kam einst in Tarrafal im Bildungszentrum von Delta Cultura Austria zum Fußballspielen. Dort half einst auch Didi Constantini mit.
Der vor über 20 Jahren aus Wien ausgewanderte Florian Wegenstein, Mitgründer des Bildungszentrums von Delta Cultura Austria in Tarrafal, erinnert sich an Diney Borges: „Er wollte am Anfang gar nicht kicken, hat sich nur an seinen Bruder, der unglaublich gerne und sehr viel gespielt hat, angehängt. Jetzt hat es sich gedreht, ist Diney ein absoluter Leistungsträger in der Nationalmannschaft von Kap Verde und trifft jetzt im 1/16-Finale auf Argentinien. Ich freue mich sehr für ihn.“
2009 war Constantini Trainer in Kap Verde
Auch Didi Constantini half früher bei Delta Cultura Austria mit. 2009, vor seiner (letzten) Bestellung zum Teamchef, hatte der Tiroler den Archipel an der Nordwestküste Afrikas besucht, mit dem Fußball-Nachwuchs trainiert und den Verein Delta Cultura Austria stets unterstützt. So war Didi auch Schirmherr des Kap Verde Cups – einem Benefizturnier in Wien, das von 2011 bis zur Covid-Pandemie Geld für das Bildungszentrum mit Fußballschule in Tarrafal brachte.
„Didi hat alles ehrenamtlich gemacht“
Wegenstein erinnert sich: „Didi hat das alles ehrenamtlich gemacht, das war eine großartige Sache.“ Vor Ort fragte Constantini nach Wegensteins Weg in das exotische Paradies. Dessen Antwort beeindruckte ihn: „Ich habe bei Radio Wien ein Sparbuch gewonnen, es aufgelöst und bin in ein Reisebüro gegangen. Ich wollte noch am selben Tag verreisen, Kap Verde war das interessanteste Ziel.“ Dort verliebte sich Florian und blieb in Folge.
„Jetzt kennt die ganze Welt Kap Verde“
Seine Tochter Natalina, die in Wien geboren ist, betont: „Es ist so schön, wie sich die Leute hier alle miteinander freuen. Du spürst, wie glücklich und stolz sie sind. Jetzt kennt die ganze Welt Kap Verde, musst du nicht mehr erklären, wo das Land liegt.“

Ein Prozent kann viel helfen
Delta Cultura wird übrigens von der FIFA Foundation unterstützt, ist auch bei „Common Goal“ dabei. Bei dieser Initiative spenden Fußballprofis und Trainer ein Prozent ihres Jahresgehalts für Sozialprojekte. Wegenstein: „Die Spieler können die Projekte auch selbst aussuchen. Wenn wir einmal ein Prozent bekommen sollten, wäre unser Projekt für länger ausfinanziert.“ Lachender Nachsatz: „Oder ich muss auch wie Kap-Verde--Torhüter Vozinha auf Instagram etwas bewegen. Dann komme ich vielleicht auch leichter an Spenden für unser Projekt.“
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