"Sex oder Kündigung"

Betriebsleiter wollte Position ausnutzen: bedingte Haftstrafe

Tirol
03.11.2009 17:19
Der Betriebsleiter einer Tiroler Gastronomie-Firma (42) ist am Dienstag am Innsbrucker Landesgericht wegen versuchter geschlechtlicher Nötigung zu sechs Monaten bedingter Haft plus 16.200 Euro unbedingter Geldstrafe verurteilt worden. Der Mann gestand und bedauerte, dass er zwei Mitarbeiterinnen drohte: "Sex oder Kündigung!"

Der Angeklagte, der am Dienstag vor Richter Norbert Hofer stand, ist in seinem Betrieb die rechte Hand des Chefs. Sein Wort zählt viel und dank seines hohen Kundenstocks ist seine Stellung in der Firma mit der des Chefs praktisch gleichzustellen. 

"Machtposition schamlos missbraucht"
Laut Anklägerin Renate Nötzold missbrauchte der 42-Jährige seine Machtposition gegenüber zwei Mitarbeiterinnen (25, 35), die er einzuschulen hatte, schamlos. "Wenn du nicht mit mir schlafen willst, wirst du morgen gefeuert!"  Mit diesem unverhohlenen Psychoterror hatte der Mann – und das über einen längeren Zeitraum immer wieder – die beiden Damen laut Anklage verunsichert, bedroht und in Angstzustände der wirtschaftlichen Existenzvernichtung versetzt. Letztlich sahen die beiden Frauen keinen anderen Ausweg mehr, als in der Firma zu kündigen. Beide hatten sich aber auf den interessanten und gut dotierten Job ursprünglich sehr gefreut. 

Mildes Urteil
Der Angeklagte gab sich vor dem Schöffengericht zerknirscht. "Ich bedachte die Tragweite meiner Handlung nicht  und bedaure, was  passiert ist", sagte er. Verteidiger Christian Mertens: "Er ist reumütig geständig, unbescholten und hat die Schadensgutmachung bereits in die Wege geleitet." Daher: Mildes Urteil trotz bis zu fünf Jahren Strafdrohung.

von Hans Licha, Tiroler Krone

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