Do, 19. Juli 2018

Wutrede im Web

26.01.2018 16:49

NEOS-Abgeordneter zeigt Nazis den Stinkefinger

Im Zuge der Vorwürfe gegen den niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer, der wegen NS-verherrlichender Lieder seiner Burschenschaft schwer unter Beschuss steht, ist nun dem NEOS-Abgeordneten Sepp Schellhorn der Kragen geplatzt. In den sozialen Netzwerken hat er am Freitag ein Video veröffentlicht, in dem er keinen Hehl aus seiner Meinung macht: "Diesen Nazi-Scheiß kann überhaupt kein Mensch mehr hören!", tobt er - und hält den Mittelfinger in die Kamera.

"Es ist das Jahr 2018. Wir alle tun ganz erschrocken, weil's auf einmal bei den FPÖlern Nazis geben würde", beginnt der NEOS-Wirtschaftssprecher und Unternehmer seine Wutrede und versucht sich in einem deutlichen Vergleich: "Das, was Landbauer und Co. jetzt von sich geben, ist ungefähr so, wie wenn mir mein Kind erzählen würde, die Hausaufgaben hat der Hund gefressen. Wisst ihr was? Diesen Nazi-Scheiß kann überhaupt kein Mensch mehr hören! Man darf ihm nur mehr den Finger zeigen", gibt er sich aufbrausend, während er symbolisch den Stinkefinger erhebt.

Wutrede gegen FPÖ
In seiner Rede spielt Schellhorn vor allem auf den Umgang der Thematik seitens der FPÖ an. Während Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag zumindest "die volle Härte des Gesetzes" verlangte, sah Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz Christian Strache keine Konsequenzen für Landbauer nötig. Andere FPÖ-Sprecher versicherten gar, dass Landbauer "nichts mit dem Liederbuch zu tun" habe, während sich der niederösterreichische Spitzenkandidat mit teils widersprüchlichen Aussagen selbst ein immer tieferes Loch grub.

Liederbuch über Judenmord und Naziregime
Zu Beginn der Woche hatte ein "Falter"-Bericht über das Liederbuch der Wiener Neustädter Burschenschaft Germania, in dem Judenmord und Naziregime verherrlicht werden, für Wirbel gesorgt. Landbauer war bis dato stellvertretender Vorsitzender der Organisation. Er stellte seine Mitgliedschaft bei der Burschenschaft nach dem medialen Bekanntwerden des Liederbuches ruhend.

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