200 GIs geflüchtet
Kanada: Asyl für US-Kriegsverweigerer?
Ausland
18.09.2009 07:34
Kriegseinsatzverweigerer aus dem Ausland sollen in Kanada politisches Asyl erhalten. Eine entsprechende Gesetzesvorlage hat der liberale Abgeordnete Gerard Kennedy am Donnerstag dem Abgeordnetenhaus vorgelegt. Der Entwurf sieht eine rechtlich verbindliche Änderung des Einwanderungsrechts vor. Ein Asylanspruch soll dann gegeben sein, wenn der Antragsteller aus politischen, moralischen oder religiösen Gründen den Kriegseinsatz bzw. den Wehrdienst ablehnt. Das neue Vorhaben zielt vor allem auf US-Militärpersonal ab.
Rund 200 US-Soldaten, die dem Einsatz im Irak entgehen wollten, dürften laut Schätzungen nach Kanada geflüchtet sein. Die kanadischen Behörden hatten ihnen bisher keinen Flüchtlingsstatus zuerkannt. So wurden zuletzt mindestens zwei Kriegsverweigerer aus den USA nach ihrem Asylantrag in ihre Heimat abgeschoben.
Parallelen zum Vietnamkrieg
Während des Vietnamkriegs waren Tausende US-Bürger nach Kanada geflüchtet, um dem Wehrdienst zu entgehen. Damals galt in den USA allerdings noch die Wehrpflicht. Nach den Erfahrungen des Vietnamkriegs wurde diese ausgesetzt, heute hat das Land eine reine Berufsarmee.
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