Terror-Pate ist tot

Extremist Top bei Polizei-Razzia erschossen

Ausland
17.09.2009 10:50
Terrorfahnder haben am Donnerstag bei einem Einsatz auf der Insel Java den meistgesuchten Extremisten Indonesiens und drei weitere mutmaßliche Islamisten getötet. Noordin Mohammed Top sei durch einen Vergleich der Fingerabdrücke identifiziert worden, sagte ein Sprecher der Polizei. "Es ist Noordin M. Top. Er ist der Führer der Al Kaida in Südostasien." Der gebürtige Malaysier wird für eine Reihe blutiger Terroranschläge verantwortlich gemacht. Er war seit insgesamt neun Jahren auf der Flucht.

Unter den toten Extremisten der Razzia war auch ein Experte für den Bombenbau, Bagus Budi Pranato, der in Zusammenhang mit dem Doppelanschlag auf das Marriott- und das Ritz-Carlton-Hotel in Jakarta gesucht wurde. Dabei wurden am 17. Juli sieben Menschen getötet und mehr als 50 verletzt. Die Beamten nahmen zudem drei Verdächtige fest, unter ihnen eine schwangere Frau, die nach dem Einsatz in eine Klinik gebracht wurde.

Anschläge auf Luxushotels
Auf der Suche nach den Verantwortlichen für die jüngsten Anschläge auf zwei Luxushotels in der Hauptstadt Jakarta hatten die Ermittler sieben Personen bis in die Stadt Solo auf Java verfolgt. Als sich die Verdächtigen in ein Haus am Rand von Solo zurückzogen, entschlossen sich die Fahnder zum Angriff. Augenzeugen berichteten von Schießereien und schließlich einer heftigen Explosion in dem Haus. In dem gestürmten Gebäude befand sich offenbar auch ein junges Paar, das das Haus gemietet hatte. Bei dem Angriff wurde der Mann getötet, der als Lehrer Islam-Unterricht gab.

202 Tote bei Massaker auf Bali
Bereits im August hatte es Berichte gegeben, Top sei erschossen worden. Gentests ergaben jedoch, dass es sich um einen anderen Extermisten handelte. Top gehörte jahrelang zum Führungszirkel der Jemaah Islamiah (JI), die für den Anschlag auf der mehrheitlich hinduistischen Insel Bali im Jahr 2002 mit 202 Toten verantwortlich gemacht wird. Das islamistische Terrornetzwerk kämpft für einen Zusammenschluss Indonesiens mit Brunei, Malaysia und Singapur sowie der südlichen Teile der Philippinen zu einem islamisch-fundamentalistischen Staat.

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