Über 60 Verletzte
Erneut heftige Krawalle bei Fest in Hamburg
Die schwersten Ausschreitungen gab es aber nach einem zuvor friedlich verlaufenen Stadtteilfest im Hamburger Schanzenviertel, das seit Jahren regelmäßig Schauplatz von Krawallen ist. Dort griffen am frühen Sonntag in der Früh etwa 200 Randalierer eine Polizeiwache mit Steinen und Flaschen an. Sie hebelten mit einem Verkehrsschild ein Fenster auf und warfen Böller hinein. Mehrere schwarz gekleidete und vermummte Personen hätten zuvor einen Polizisten beim Regeln des Verkehrs angegriffen und ihn durch die Stadt gejagt, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer.
Geschäfte beschädigt
Mehrere Geschäfte wurden den Angaben zufolge beschädigt, darunter ein Elektronikgeschäft, aus dem mehrere Laptops gestohlen wurden. Außerdem setzten Autonome Autoreifen und Mülleimer in Brand. Ein PKW brannte den Angaben zufolge aus. Die Polizei setzte sechs Wasserwerfer ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben.
Der Hamburger Innensenator Christoph Ahlhaus sagte, die Polizei sei mit einem enormen Gewaltpotenzial konfrontiert gewesen. Auch unbeteiligte Passanten seien durch Steinwürfe zu Schaden gekommen. Es gebe keine Alternative zu einem harten Vorgehen der Polizei. "Wer sich von Polizeibeamten im Einsatz provoziert fühlt, der hat ein Problem mit unserem Rechtsstaat", betonte der CDU-Politiker. Vertreter der linken Szene hatten erklärt, die Polizei provoziere die Krawalle durch ihr hartes Einschreiten.
"Keine politischen Motive"
Zum Hintergrund der Randale sagte Ahlhaus, dass keine politischen Motive bei den Aktionen in der Nacht zu Sonntag erkannt werden konnten. "Nicht alles was schwarz gekleidet ist, muss man der autonomen Szene zurechnen", erklärte der Innensenator.
Bereits am Freitagabend hatte es bei Protesten gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD Ausschreitungen gegeben, bei denen zwölf Polizisten und mehrere linke Demonstranten verletzt wurden. Auch Steine und Flaschen wurden geworfen. Die Polizei berichtete, ein Beamter habe einen Warnschuss abgegeben, als eine Gruppe von Randalierern seinen Streifenwagen angegriffen und eine schwere Gehwegplatte durch die Heckscheibe geschleudert habe. Zuvor hatten rund 3.000 Menschen gegen eine genehmigte Kundgebung der NPD demonstriert.
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