Es war gegen drei Uhr Früh, als am 9. April dieses Jahres die Menschen in Mittelkärnten von einem lauten Knall geweckt wurden und am Nachthimmel ein grelles Licht entdeckten. Schon damals tippte der Wiener Astronom Rudolf Dvorak auf einen Meteoriten, der über Kärnten verglüht sei.
Im Prinzip richtig, und doch: Ganz verglühte der Brocken aus dem Weltraum nicht. Er „rasierte“ die Karawanken und schlug mit voller Wucht nördlich von Jesenice ein. Auf die Spur des Meteoriten kam der Direktor des Kärntner Landesarchivs, Erich Wappis. „Mein Kollege Dragan Poiè von der Laibacher Akademie der Wissenschaften hat mir von dem spektakulären Fund erzählt“, so Wappis.
Geschoss aus dem All
Poiè auf Nachfrage der „Krone“: „Ja, tatsächlich! Spaziergänger haben die Reste des Meteoriten am 17. Mai entdeckt. Der aus Silicaten bestehende Stein war beim Aufprall in mehrere Stücke zerbrochen, die in Summe 2,5 Kilo wiegen.“
Noch wird das Himmelsgeschoß von den Slowenen unter Verschluss gehalten. Poiè: „Im Oktober gibt es aber in Ljubljana eine große Ausstellung zur Evolution. Da wird der Stein zu Sehen sein.“ Interessantes Detail: Auf heute slowenischem Gebiet schlug erst einmal ein Meteorit ein – vor genau 100 Jahren. Er ist im Naturhistorischen Museum in Wien zu bestaunen.
von Fritz Kimeswenger („Kärntner Krone“) und kaerntnerkrone.at
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.