Nach Badedrama

Politik zögert bei Sicherheitsmaßnahmen

Kärnten
31.08.2009 17:59
1.270 stehende Gewässer kennt der Kärntner Seenbericht. 630 davon liegen über 1.000 Meter Seehöhe und fallen somit als Badeseen aus. Und doch gilt und wirbt unser Land als „Badeparadies“. Sicherheit wird kaum geboten, denn für die Bäder ist kein Bademeister vorgeschrieben. Und die Politik zögert auch nach den jüngsten Vorfall am Millstätter See mit Maßnahmen. Denn noch immer liegt jener elfjährige Grazer, der von einem anderen Buben beim Sprung vom Turm touchiert wurde, im künstlichen Tiefschlaf.

Landesjurist Albert Kreiner hatte in der „Krone“ ja aufgezeigt, dass es kein Berufsbild eines Bademeisters gibt. Kreiner: „Vom Gesetz her könnten sogar Nichtschwimmer als provisorische Aufpasser in den Bädern Dienst tun.“

Der zuständige Landeshauptmann Gerhard Dörfler zögert mit entsprechenden Maßnahmen: „Ich werde eine Prüfung der Gesetzeslage anregen und die Kärntner Regelung mit anderen Bundesländern vergleichen.“ Natürlich wäre es, so Dörfler, nach dem Sprungturm-Drama von Millstatt, sinnvoll, an verstärkte Sicherheitsvorgaben zu denken.

In Kärnten gibt es kein Gesetz, das einen Bademeister in Seen und Bädern vorschreibt. Soll dieses eingeführt werden? Stimm ab in der Infobox!

Der elfjährige Bub, der in Millstatt nach einer Kollision mit einem 13-Jährigen am Sprungturm knapp 30 Minuten unter Wasser war, liegt weiter im LKH Klagenfurt im künstlichen Koma. „Je kälter das Wasser, desto höher die Chancen, dass es zu keiner Hirnschädigung kommt“, so Notarzt Dieter Kopper, der immer wieder mit Unfällen beim Baden zu tun hat. „Kinder haben den Vorteil, dass ihre Zellen noch jung sind und sich leichter regenerieren können.“ 

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone" und kaerntnerkrone.at
Symbolbild

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