Rigorose Methoden

“group4” sorgt für Ärger in Villacher Innenstadt

Kärnten
23.08.2009 12:01
In der Villacher Innenstadt kann es Autofahrern passieren, dass sie für etwas Strafe zahlen müssen, was auf dem Organmandat explizit „ausgenommen von der Strafe“ ist. Darüber schüttelt nicht nur der Vizebürgermeister der Draustadt, Richard Pfeiler, den Kopf, auch immer mehr Betroffene ärgern sich über die rigorosen Methoden der „Parksheriffs“.

Ein Kunde, der Samstag in einem Geschäft auf dem Hauptplatz einen Flachbildfernseher gekauft und zum Pkw geschleppt hatte, fand an seinem Auto einen Strafzettel. Ein weiblicher "Parksheriff" hatte ihm Tatbestand Nr. 15 zur Last gelegt. Der lautet: „Das Fahrzeug im beschilderten Halte- und Parkverbot, ausgenommen Ladetätigkeit etc., abgestellt.“

Der empörte Lenker urgierte: „Wenn der Kauf eines Flat-TV keine Ladetätigkeit mehr ist, was dann?“ Und er legte den Kaufbeleg samt Uhrzeit vor, allerdings erfolglos. Der „group4“- Geschäftführer winkt ab: „Man kann es ja auf eine Anzeige ankommen lassen.“

"Mich seht ihr nicht mehr"
Was auch ein deutscher Tourist machen wird, der wegen Parkzeit-Überziehung um zwei Minuten zahlen muss – er hatte der schwangeren Ehefrau ins Auto geholfen: „Mich seht ihr in dieser Stadt nicht mehr!“

Die gnadenlose Jagd auf Parksünder stößt in Villach immer öfter auf Unverständnis: „Da redet man vom Geschäftesterben in der City, und dann werden viele Kunden vergrault. Die fahren das nächste Mal lieber ins Einkaufszentrum.“

Stadt-Vize Richard Pfeiler schüttelt nur den Kopf: „Das darf es nicht geben! Hier wird eindeutig über das Ziel hinaus geschossen.“

Symbolbild

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