"Pflicht getan"

Karadzic bereut Rolle im Bosnien-Krieg nicht

Ausland
18.08.2009 19:46
Der mutmaßliche bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Radovan Karadzic bereut seine Rolle im Bosnien-Krieg von 1992 bis 1995 nicht. Sein Gewissen sei rein, sagte der 64-Jährige in einem am Dienstag veröffentlichten schriftlichen Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Er fühle sich frei, wo immer er den Rest seines Lebens verbringen werde. Am Donnerstag erscheint er vor Gericht in Den Haag zu einer Vorverhandlung.

Karadzic muss sich derzeit vor dem UN-Tribunal wegen des Vorwurfs von Kriegsverbrechen und Völkermord im Bosnien-Krieg verantworten, bei dem rund 100.000 Menschen ums Leben kamen. Das Tribunal konzentriert sich in den insgesamt elf Anklagepunkten auf die 43-monatige Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo und das Massaker von Srebenica, bei dem 1995 rund 8.000 Muslime getötet wurden.

Stolz darauf, Pflicht getan zu haben
Der ehemalige bosnische Serben-Führer weist jedoch alle Anklagepunkte zurück. Er bedaure, dass der Krieg stattgefunden habe, aber sie hätten keine Wahl gehabt, schrieb Karadzic. Am stolzesten sei er darauf, seine Pflicht getan zu haben, nicht aus Selbstinteresse und ohne sich persönlich zu bereichern.

Karadzic war am 21. Juli vergangenen Jahres verhaftet worden. Er hatte unter falschem Namen in Serbien gelebt und als Arzt gearbeitet. Zusammen mit dem früheren bosnisch-serbischen Militärchef Ratko Mladic war Karadzic der meistgesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher. Mladic ist weiter auf der Flucht.

Mehr zum Fall Karadzic findest du in der Infobox!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
18.08.2009 19:46
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung