Im Juni diesen Jahres wollten die jungen Männer die Serben, unter denen sich fünf Kinder im Alter von zwei Monaten bis fünf Jahren befanden, vom ungarischen Szeged nach Wien schleppen. Auf der Fahrt sei bereits besprochen worden, was zu tun wäre, wenn sie auf die Polizei treffen würden. Bis zu diesem Punkt stimmten die zwei in ihren Aussagen überein. Als es aber darum ging, wer für die Bestechung des Beamten verantwortlich sei, da stand dann Aussage gegen Aussage.
Angeklagte beschuldigten einander gegenseitig
Der 21-jährige Fahrer des Autos sagte aus, dass sein älterer Kollege der Drahtzieher gewesen sei und ihn aufgefordert habe, dem Polizisten das Geld zu geben. Der Beifahrer wies dies zurück. Das mit der Bestechung habe er nur für Ungarn gemeint: "Ich habe nicht an Österreich gedacht, da geht so etwas nicht."
Beamter sollte bestochen werden
Dennoch wurden einem Beamten 300 Euro entgegengehalten, nachdem dieser den Bus untersucht hatte. In Folge nahm er die beiden Rumänen und ihre Insassen fest. Der Verteidiger des Fahrers meinte in seinem Plädoyer, dass sein Mandant angestiftet wurde und "quasi den Taxi-Chauffeur" gespielt habe. Nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" plädierte der Verteidiger des mutmaßlichen Drahtziehers für eine milde Bestrafung.
"Bestechung von Beamten ist verpönt"
Der 22-Jährige wurde schließlich zu sechs Monaten unbedingter Haft verurteilt, der Fahrer des Autos bekam vier Monate. Das Urteil soll in Bezug auf den versuchten Missbrauch der Amtsgewalt eine "generalpräventive Wirkung" haben, so Richterin Birgit Falb: "In der Bevölkerung ist die Bestechung von Beamten verpönt." Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.
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