Haft in Nordkorea
Verwandte berichtet über Gefangenschaft
Zu den genauen Umständen der Festnahme ihrer Schwester wollte Ling keine Angaben machen. Sie sei sich aber sicher, dass die beiden Reporterinnen nicht vorgehabt hätten, "diese Grenze zu überqueren".
Am Mittwoch in Kalifornien gelandet
Nach ihrer Begnadigung und Freilassung aus Nordkorea waren die zwei Reporterinnen unter großem Jubel nach Kalifornien zurückgekehrt. Die Maschine landete am Mittwoch auf dem Flughafen Burbank bei Los Angeles. Mit an Bord war Ex-Präsident Bill Clinton, der die Freilassung der beiden Frauen am Vortag in Pjöngjang erwirkt hatte.
Euna Lee und Laura Ling waren vier Monate in nordkoreanischer Haft, nachdem sie bei einer Reise für einen Dokumentarfilm im chinesischen Grenzgebiet zu Nordkorea verhaftet worden waren. Daraufhin wurden sie wegen illegaler Einreise zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt.
Mehr Bilder von der umjubelten Heimkehr findest du in der Infobox!
Von Kim Jong Il begnadigt
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il begnadigte Laura Ling und Euna Lee am Dienstag nach einem Gespräch mit Clinton. Offenbar hatte Nordkorea die Freilassung allerdings bereits vor der Reise Clintons zugesagt: Den Familien der beiden Frauen sei im Juli signalisiert worden, dass das kommunistische Land einen Besuch Clintons zu Verhandlungen wünsche, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington. Der Ehemann von Außenministerin Hillary Clinton habe die Reise aber erst nach der Zusage einer Freilassung angetreten. Demnach war Nordkorea auch damit einverstanden, den Fall nicht mit dem Konflikt um sein Atomprogramm zu verknüpfen.
Clinton habe sich bei seinem Treffen mit Kim Jong Il mit "aufrichtigen Worten" für das Verhalten der beiden Frauen entschuldigt, berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Daraufhin habe Kim die Begnadigung der Journalistinnen veranlasst. Sie sei ein Zeichen für die "menschenfreundliche und friedliebende" Politik des kommunistischen Landes, so KCNA. Ein US-Vertreter widersprach später der Darstellung, Clinton habe sich bei Nordkorea wegen der Journalistinnen entschuldigt.
Der 62-Jährige Clinton war bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von hohen nordkoreanischen Regierungsvertretern begrüßt worden. Zu ihnen zählte Vize-Außenminister Kim Kye Gwan, der nordkoreanische Verhandlungsführer bei den Atomgesprächen. Clinton ist in Nordkorea in guter Erinnerung, da das Verhältnis zu den USA in seiner Regierungszeit vergleichsweise entspannt war.
Kritik an Clinton
Der ehemalige US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, warf Clinton unterdessen vor, mit seiner Reise das Regime aufgewertet zu haben. Er habe Nordkorea für "übles Verhalten" belohnt, sagte der Konservative dem US-Sender Fox News. Das würde bei anderen "Schurkenstaaten" nicht ohne Auswirkung bleiben. Kim Jong Il habe Dank des Besuchs eine "lebenslange Legitimation" für seinen Führungsanspruch in Nordkorea bekommen. Clintons Reise sei nicht weit entfernt von der Bereitschaft, "mit Terroristen zu verhandeln".
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