Replik auf Vorwürfe

Nordkorea: “Clinton wirkt wie ein Schulmädchen”

Ausland
23.07.2009 10:31
Nordkorea hat auf die jüngsten Vorwürfe von US-Außenministerin Hillary Clinton geantwortet: Clinton sei nichts anderes als eine "komische Dame", die die elementaren Etiketten der internationalen Gemeinschaft nicht kenne. "Manchmal wirkt sie wie ein kleines Schulmädchen", erklärte das nordkoreanische Außenministerium am Donnerstag. Clinton hatte am Montag in einem Interview das stalinistische Regime in Nordkorea im Zusammenhang mit den jüngsten Raketentests mit einem "widerspenstigen Teenager" verglichen, der auf sich aufmerksam machen will (siehe Story in der Infobox). Doch Washington werde sich nicht zu einer Überreaktion provozieren lassen.

Unterdessen lehnte Nordkorea am Rande der Außenministerkonferenz des Verbands Südostasiatischer Staaten (ASEAN) in Thailand erneut eine Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gesprächen (Nordkorea, USA, Südkorea, Japan, China und Russland) über sein Atomprogramm ab. Als Begründung verwies ein Sprecher auf eine "tief verwurzelte anti-nordkoreanische Politik" der USA. Eine Wiederaufnahme komme erst wieder infrage, wenn die USA ihre feindliche Haltung aufgäben.

Clinton sprach bei einer ASEAN-Sicherheitskonferenz in Phuket mit ihren Amtskollegen aus Russland, China und Thailand über Nordkorea. Dabei forderte sie einen vollständigen Abbau der Atomkapazitäten Nordkoreas. "Alle Außenminister sind sich einig, dass der einzige Weg für Nordkorea die vollständige und unumkehrbare Entnuklearisierung ist", so Clinton.

Clinton wirbt in Asien für schärfere Sanktionen
Die US-Außenministerin drängte die asiatischen Länder zu schärferen Sanktionen gegen Nordkorea. "Die USA werden auch künftig alle Kanäle nutzen, um Nordkorea zu überzeugen, sein Nuklearprogramm aufzugeben und die Beziehungen mit der Welt zu normalisieren", sagte Clinton am Donnerstag. Die ASEAN könne eine "wichtige Rolle" dabei spielen. Nordkorea müsse seine internationalen Verpflichtungen erfüllen. Stattdessen habe die Militärführung in Pjöngjang mit "bedrohlichem Verhalten" geantwortet, sagte Clinton.

Sechs-Parteien-Gespräche kürzlich aufgekündigt
Einer 2007 bei den Sechs-Parteien-Gesprächen getroffenen Vereinbarung zufolge sollte Pjöngjang seine Atomanlagen komplett stilllegen und dafür im Gegenzug wirtschaftliche Hilfe und Energielieferungen bekommen. Zudem strich die US-Regierung Nordkorea von ihrer Liste der "Schurkenstaaten". 

Die Umsetzung der Vereinbarung geriet jedoch immer wieder ins Stocken, und heuer im April kündigte Pjöngjang an, es betrachte den Dialog als nicht mehr nötig - man plane die Anlage zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium wieder in Betrieb zu nehmen. Zudem führte Nordkorea einen neuen Atombombentest sowie Raketentests durch. Der UNO-Sicherheitsrat erließ deshalb neue Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang.

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